Die MiQua-Freunde: 2019 gefördert durch die NRW-Stiftung!

Die Überreichung des Förderbescheids fand am 24. Januar 2019 im Praetorium in Köln statt. Der Befund wird später im MiQua zu sehen sein.
Milena Karabaic (LVR-Kulturdezernentin), Susanne Laugwitz-Aulbach (Kulturdezernentin der Stadt Köln), Dr. Thomas Otten (Direktor des MiQua), Horst Grosspeter (C.L. Grosspeter-Stiftung), Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW-Stiftung), Dr. Klaus Burghardt (Vorsitzender der MiQua-Freunde), Prof. Barbara Schock-Werner (Vizepräsidentin der NRW-Stiftung), Anne Henk-Hollstein (Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland) (von links). Foto: Alexandra Kaschirina / LVR-Zentrum für Medien und Bildung

Das war ein großer Tag für uns MiQua-Freunde. Fördergesellschaft LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln e.V.: Am Donnerstag, den 24.01.2019, gaben der Präsident der NRW-Stiftung Eckhard Uhlenberg und seine Stellvertreterin, die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Prof. Barbara Schock-Werner, unserem Vorsitzenden Dr. Klaus Burghard im Kölner Praetorium die Zusage über eine Fördersumme von 265.000 Euro.

Mit diesem höchst beachtlichen Betrag fördert die NRW-Stiftung Maßnahmen zu Inklusion und Barrierefreiheit im zukünftigen Museum. Diese Zielsetzung, mit der die MiQua-Freunde ihren Förderantrag begründet haben, war für die NRW-Stiftung so überzeugend, dass sie die beantragten 265.000 Euro in voller Höhe genehmigte. Stiftungspräsident Uhlenberg betonte in seiner Rede, dass er in seiner bisherigen Amtszeit noch keinen so hohen Betrag genehmigt habe. Das MiQua sei aber auch ein außergewöhnliches Projekt. Die Entscheidung des Stiftungsrates über die Zusage sei einstimmig gefallen, vor allem Frau Prof. Schock-Werner habe sich vehement dafür eingesetzt.

Mit Hilfe dieser Fördermittel soll bis zur Eröffnung des Museums im Jahre 2021 ein „MiQua für alle“ entstehen. Vier Bausteine werden dafür entwickelt:

Fremdsprachige und inklusive Medienguides

Neben den durchgehend auf Deutsch und Englisch verfassten Ausstellungstexten sollen Medienguides in Englisch, Niederländisch, Französisch, Chinesisch und Hebräisch, eventuell auch in Arabisch angeboten werden.
Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen soll ein Medienguide in „Leichter Sprache“ angeboten werden, für Blinde und Sehbehinderte darüber hinaus ein spezieller Audioguide, der die zentralen Inhalte und Exponate mittels Audiobeschreibung zugänglich macht.

Tastmodelle

Insgesamt werden auf dem über 600 Meter langen unterirdischen Rundweg etwa 50 inklusive Stationen entstehen, die für alle Besucherinnen und Besucher zur Verfügung stehen. Hier werden die wichtigsten Informationen nach dem Zwei-Sinne-Prinzip immer über mindestens zwei der drei Sinne (Sehen, Hören Tasten) zugänglich gemacht. So wird es unter anderem Tastmodelle des Praetoriums, der Mikwe oder einer Rekonstruktion des jüdischen Viertels geben.

Mobile didaktische Ausstellung / Outreach-Projekt

Um bereits vor der Eröffnung zielgruppengerechte didaktische Angebote unterbreiten zu können, wird ein mobiles modulares System entwickelt, das zum Beispiel in Schulen, Vereins- und Gemeindezentren oder bei Veranstaltungen zum Einsatz kommt. Das geplante Outreach-Projekt beinhaltet Originalobjekte und Repliken, interaktive Elemente und kreative Anleitungen zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Archäologie.

Interaktiver Stadtrundgang

Mit Hilfe von Touchpads soll ein interaktiver Stadtrundgang zu den Orten in Köln führen, die eine jüdische Geschichte haben oder als „jüdisch“ definiert wurden beziehungsweise werden. In Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum Köln soll zusätzlich eine App konzipiert werden, die beide Museen miteinander verbindet. Dazu werden Wege in der Stadt geplant, die die Ereignisse der NS-Zeit thematisieren. Ins Auge gefasst sind Orte der Enteignung, der Machtausübung, der Verfolgung, aber auch der Auseinandersetzung mit der Zeit nach 1945.

In seiner Dankesrede sagte der Vorsitzende der MiQua-Freunde Dr. Klaus Burghard, dass die Fördergesellschaft ihre Aufgabe nicht nur darin sehe, Spenden einzuwerben, sondern auch schon in der Konzeptionsphase Anreger und Gesprächspartner zu sein. „Auch wenn das Museum erbaut und eingerichtet ist, wollen wir es besonders fördern; mit eigener Vermittlungsarbeit beispielsweise oder der Unterstützung von speziellen Forschungsprojekten.“ Mit Blick auf die hervorragende Zusammenarbeit mit dem MiQua-Team um Gründungsdirektor Dr. Thomas Otten betonte er: „Heute aber freuen wir uns, dass in diesem frühen Stadium unsere gemeinsame Vorbereitungs- und Entwicklungsarbeit solchen Zuspruch gefunden hat.“
Dankesworte an die NRW-Stiftung kamen auch von Kölns Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, die das MiQua europaweit als etwas Besonderes bezeichnete sowie von Anne Henk-Hollstein, der Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland. Frau Henk-Hollstein betonte besonders die hervorragende Zusammenarbeit zwischen LVR und den MiQua-Freunden. „Wie in den anderen 19 Museen des Landschaftsverbands Rheinland ist das Ehrenamt nicht aus einer erfolgreichen Museumsarbeit wegzudenken, und so ist es auch hier, bereits weit im Vorfeld der eigentlichen Eröffnung.“

Die Förderzusage der NRW-Stiftung in dieser außergewöhnlichen Höhe und das klare Bekenntnis namhafter Persönlichkeiten zu dem neuen Museum ist für die MiQua-Freunde ein bedeutender Schritt zur öffentlichen Wahrnehmung und zur Partnerschaft mit wichtigen Institutionen. Inzwischen konnte die Fördergesellschaft ihr 100. Mitglied begrüßen, doch für die große Aufgabe, dieses einmalige Projekt zu fördern, ist sie immer noch zu klein. Die MiQua-Freunde freuen sich deshalb über alle, die sie unterstützen möchten.

Auch Sie können mitmachen: Hier finden Sie die Beitrittserklaerung der MiQua-Freunde.

Und noch eine großzügige Spende muss erwähnt werden: Die Helmut und Ruth Lingen-Stiftung, Köln hat uns 15.000 Euro zugedacht, die für die Restaurierung von Funden aus den Grabungen vor dem Kölner Rathaus verwendet werden sollen. Diese Ausgrabungen haben ein außerordentlich großes Fundaufkommen zutage gefördert, das sich zeitlich auf 2000 Jahre Stadtgeschichte verteilt, von der Zeit um Christi Geburt bis zu den kriegszerstörten Häusern des 2. Weltkriegs. So bieten z.B. die Funde aus dem jüdischen Viertel tiefe Einblicke in die jüdische Lebenswelt und die bauliche Ausstattung der Synagoge.

Ein Beitrag von Wilfried Hommen.

Wilfried Hommen ist Mitglied im Vorstand der Fördergesellschaft MiQua-Freunde e.V.

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