Das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln lebt von dem Ort, an dem es steht. Hier wird die geschichtliche Entwicklung der Stadt Köln über zwei Jahrtausende dargestellt: Mit einem sichtbaren neuen Museum „ÜBER der Erde“, das auch den Zugang zu den Schichten „UNTER der Erde“ eröffnet.

Die Grundidee des MiQua-Corporate Design ist aus der Idee der Schichtung und der Darstellung des „Oben“ und „Unten“ entwickelt worden, die den geschichtlichen, baulichen und archäologischen Kern des Museums transportiert.

Am Himmel über Köln leuchtet das neue Logo des MIQUA. Darunter sind der 05.12. als Datum und "MIQUA zeigt Marke" als Veranstaltungstitel zu lesen.

MIQUA zeigt Marke – die Veranstaltung.

Die Veranstaltung MIQUA zeigt Marke (#miquazm18) am 5. Dezember im Wallraf-Richartz Museum & Fondation Corboud präsentierte das Logo, das als ästhetisches, eigenständiges und aktiv zu entschlüsselndes Bild für das MiQua entwickelt wurde.

Köln verfügt über ein reiches Kulturerbe aus 2000 Jahren Stadtgeschichte, von der Römerzeit über die mittelalterliche Jüdische Geschichte bis in die Neuzeit. Die Bethe-Stiftung hat deshalb zur Unterstützung des im Bau befindlichen MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln und der Visualisierung der neu entdeckten Bibliothek aus der Römerzeit eine Spendenverdopplungsaktion ins Leben gerufen.

In Kürze finden Sie auf dieser Seite weitere Informationen zu der Aktion.

Eingehende Spenden zur Vermittlung und Präsentation dieser bedeutenden stadtkölnischen Denkmäler werden bis zu einem Gesamtbetrag von 500.000 Euro verdoppelt. Im Maximalfall stehen also 1.000.000 Euro zur Verfügung.

Das Praetorium in Köln war Sitz der römischen Statthalter. Die neue Rekonstruktion von Narmer Architecture aus Budapest verdeutlicht, welche Befunde heute noch erhalten sind und welche Dimensionen das Gebäude im 4. Jahrhundert einnahm.

Rekonstruktionen nehmen Fahrt auf

Internationales Arbeitstreffen zum Praetorium in den Räumen der Thyssen-Stiftung

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Wie sah ein Gebäude aus, das vor über 1600 Jahren gestanden hat, von dem aber nur Fundamente erhalten sind? Und: Wie stellt man die Dinge dar, die wir gar nicht mehr haben, also Dach, Fenster, Geschosshöhen etc.? Diesen Fragen geht MiQua jetzt zusammen mit Fachleuten der Architekturuniversität Budapest und der Technischen Universität Darmstadt nach. Gefördert wird die Arbeit des LVR in diesem Fall von der Fritz Thyssen Stiftung und der Stadt Köln.

Direktor Dr. Thomas Otten spricht über das MiQua, seine Entstehung auf dem Platz vor dem Rathaus und das Konzept des Museums.

Die Teilnehmenden während des Vortrags von Dr. Thomas Otten, Direktor des MiQua. Foto: Dominik Schmitz / LVR-ZMB

Als Auftakt zu dem bis März 2019 andauernden Forschungsprojekt trafen sich am 29. und 30. Oktober 2018 fast 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäologie, Architektur, Baugeschichte und virtuelles Gestalten in den Räumen der Thyssen-Stiftung in Köln (Abb. 1). Die Veranstaltung gab mit zwölf Vorträgen und einer umfangreichen Diskussion den Startschuss für die Rekonstruktionsarbeiten.

Die Rekonstruktionen des Praetoriums für Modelle und Filme werden später in der Ausstellung verdeutlichen, welche der noch am Ort erhaltenen und sichtbaren Fundamente ursprünglich oberirdisch gestanden haben. Denn im MiQua gibt es fast nur Fundamente. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie es früher aussah, muss man also erhaltene römerzeitliche Architektur und Bildquellen zu dieser kennen und auf die Kölner archäologischen Reste übertragen. So lassen sich Wahrscheinlichkeiten im Bild fassen.

Dabei gilt es zwei Dinge als besonders wichtig zu berücksichtigen: 1) Die Grauzonen des Unbekannten müssen erkennbar bleiben. Die entwickelten Darstellungen sollten also auch Varianten enthalten, wenn man es nicht genauer sagen kann. 2) Die Rekonstruktion von nur durch die archäologischen Befunde überlieferter Architektur sollte, bevor man sie zeigt, einem kritischen Diskussionsprozess unterworfen werden. Nur so können eine Vielzahl von Expertinnen und Experten an den Details mitarbeiten und sicherstellen, dass eine größtmögliche Wahrscheinlichkeit erreicht wird.

Die Rekonstruktionen des Praetoriums werden sich im Laufe der Jahre auch noch ändern und müssen dann neugestaltet werden. Beispielsweise dann, wenn sich der archäologische Forschungsstand weiterentwickelt, etwa durch neue Forschungen oder Ausgrabungen. Um späteren Forscherinnen und Forschern den Weg zu erleichtern, zeichnen wir alle Fragen, nicht umgesetzte Ideen und alle Forschungsgrundlagen zu den jetzt gewonnenen Rekonstruktionen auf. Dazu dient eine Datenbank, die an der TU Darmstadt entwickelt worden ist und erstmals für das Praetoriumsprojekt von Köln eingesetzt wird. Mittels dieses Forschungstools können die Beteiligten untereinander in Kontakt treten und zu bestimmten Problemen Notizen aber auch Literatur, Skizzen oder sonstige Bilder austauschen. Dies geschieht in Echtzeit und ist im internationalen Kreis möglich.

Das Praetorium in Köln war Sitz der römischen Statthalter. Die neue Rekonstruktion von Narmer Architecture aus Budapest verdeutlicht, welche Befunde heute noch erhalten sind und welche Dimensionen das Gebäude im 4. Jahrhundert einnahm.

Das Praetorium am Ende des 4. Jahrhunderts in der neuen Rekonstruktion,
Bildnachweis: Zsolt Vasáros/Gábor Nagy (Narmer Architecture / Budapest Univ. for Technology and Economics). Wissenschaftliche Beratung: Sebastian Ristow und Forschungsverbund des LVR, Befunde nach den Publikationen Precht 1973 und Schäfer 2014 der Ausgrabungen der Stadt Köln unter Otto Doppelfeld, Gundolf Precht, Marcus Trier/Gary White, gescannt von der Univ. zu Köln, Erdbebenstation Bensberg/TU Darmstadt.

Ein allererstes Bild verdeutlicht noch etwas Grundlegendes, das die Kölner Praetoriumsrekonstruktionen auszeichnet. Sie werden immer auf die erhaltenen Befunde aufgesetzt und diese sind auch in den Bildern, Filmen und Modellen sichtbar (Abb. 2). Dazu waren schon ganz am Anfang alle Mauerreste, Böden und Befunde des Praetoriums und des MiQua insgesamt mit einem Scanner erfasst worden. Im Falle neuer Grabungsergebnisse am Kölner Rathausplatz können diese Scans erweitert werden und auch die Rekonstruktionen bleiben einem dynamischen Prozess unterworfen. Festgehalten werden alle Schritte in dem Forschungstool zur Dokumentation.

Ein Beitrag von Sebastian Ristow

Reconstructions are picking up speed

International colloquium about the praetorium on the premises of the Thyssen foundation

What did a building look like that once stood over 1,600 years ago, but has only left its foundations behind? And how do we present things we don’t even have anymore, i.e. the roof, windows, ceiling heights, etc.? MiQua is currently exploring these questions with experts from the Budapest University of Technology and Economics and Technische Universität Darmstadt. In this case, the work of the RRC is being sponsored by the Fritz Thyssen Foundation and the City of Cologne.

Fig. 1: Attendees during the presentation by Dr. Thomas Otten, Director of MiQua. Photo: Dominik Schmitz / LVR-ZMB [/caption]

As a kick-off for the research project scheduled to run until March 2019, just under 40 academics from the disciplines of archaeology, architecture, architectural history and virtual design met on the premises of the Thyssen Foundation in Cologne on October 29 and 30, 2018 (Fig. 1). The event sounded the starting signal for the reconstruction projects with twelve presentations and an extensive discussion.

In the later exhibition, the reconstructions of the praetorium for models and movies will illustrate which of the foundations, still preserved and visible at the site, used to be overground originally, because MiQua has almost nothing but foundations. To gain an impression of what the site used to look like, one therefore needs to know about the surviving Roman architecture and the visual sources documenting it, and then transfer this knowledge to the archaeological remains in Cologne. This helps to cast probabilities in a tangible shape.

Two things need to be regarded as key in the process: 1) The grey areas of the unknown need to remain recognizable. The developed portrayals should thus also include variants where one is unable to tell with greater precision. 2) Reconstructions of architecture that has only come down to us in archaeological finds should undergo a critical discussion process before they are shown. Only this will enable a variety of experts to contribute to the details and ensure that the greatest possible likelihood is reached.

The reconstructions of the praetorium will also change over the years, and be in need of corresponding redesigns. For instance whenever the archaeological state of knowledge is expanded further, e.g. by new research or excavations. To make things easier for later researchers, we are documenting all the questions, unrealized ideas and all research bases for the presently derived reconstructions. The data base for this was developed at TU Darmstadt and is making its debut in the Cologne praetorium project. This research tool enables the involved parties to contact one another and exchange notes, but also literature, sketches or other pictures, about specific problems. This happens in real time and is also possible internationally.

Fig. 2: The praetorium at the end of the 4th century in the new reconstruction, picture credit: Zsolt Vasáros / Gábor Nagy (Narmer Architecture / Budapest Univ. for Technology and Economics). Scientific advice: Sebastian Ristow and RRC Research Association, findings as in publications Precht 1973 and Schäfer 2014 documenting the excavations by the City of Cologne under Otto Doppelfeld, Gundolf Precht, Marcus Trier/Gary White, scanned by University of Cologne, earthquake station Bensberg / TU Darmstadt.

A very first picture also illustrates an essential aspect that distinguishes the reconstructions of the praetorium in Cologne. They are always based on the preserved finds, which are then also visible in the pictures, films and models (Fig. 2). To do this, all remaining walls, floors and findings of the praetorium and the MiQua overall were documented with a scanner right at the start. These scans can be expanded if the excavations at Cologne’s town hall square yield new results, while the reconstructions will also remain in a dynamic process. All stages are recorded in the research tool for documentation.

A contribution by Sebastian Ristow

Die Tafel aus Schiefer ist mit hebräischen Buchstaben beschriftet. Aufgelistet sind Namen und Beträge.

Mein Lieblings♥bjekt: Ein mittelalterlicher Zufallsfund

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Anfang 2011 waren die Ausgrabungen im Bereich des mittelalterlichen jüdischen Viertels in vollem Gange, als ein Mitarbeiter der Archäologischen Zone ein schmutziges Stück Schiefer in die Hände bekam. Seit dem Mittelalter wird Schiefer für Dächer verwendet, der Fund schien also nichts Ungewöhnliches zu sein. Meist werden Schieferfunde bei Ausgrabungen nicht einmal aufbewahrt. Beim Waschen wurde aber etwas Außergewöhnliches sichtbar: die Schiefertafel war beschriftet – in altertümlichen hebräischen Buchstaben!

Nach dieser Entdeckung wurde jedes ausgegrabene Stück Schiefer gewaschen und untersucht. Das Ergebnis war spektakulär: auf hunderten Schiefertafeln entdeckten die Archäologinnen und Archäologen Einritzungen; Zeichnungen, Kritzeleien, kurze Texte in hebräischer und deutscher Schrift. Diese Funde sind deshalb so außergewöhnlich, weil sie zufällig überliefert wurden. Normalerweise haben Texte aus dem Mittelalter nur dann bis heute überlebt, wenn jemand sie damals für besonders wichtig hielt. Alltägliche Dinge wie beispielsweise Einkaufszettel werden meist nicht sorgfältig aufbewahrt und sind deshalb in der Regel nicht erhalten. Die Kölner Schieferfunde ermöglichen also einen seltenen Einblick in das alltägliche Leben der Kölner Jüdinnen und Juden im Mittelalter.

Gunprecht, Jakob und Koppchen

Einige Tafeln enthalten Namenslisten, zum Teil mit Geldbeträgen hinter den einzelnen Namen. Ein besonders gut erhaltenes Exemplar dieser Kategorie ist Fundstück 2204;1. Diese Liste besteht aus mehr als 60 Einträgen, die sich jeweils aus einem Namen und einem Betrag in Heller oder Pfennig zusammensetzen. Es gibt keine Überschrift oder irgendeine zusätzliche Information, nur Namen und Beträge.

Fundstück 2204;1 © Archäologische Zone / Stadt Köln

Die auf der Liste verwendeten Namen unterscheiden sich stark von den Namen der Kölner Jüdinnen und Juden, die uns aus anderen Quellen überliefert sind. Man hatte in der Regel einen „Synagogennamen“, der der traditionellen jüdischen Namensgebung folgte. Dieser Name wurde für ‚offizielle‘ Zwecke verwendet: auf Grabsteinen, in Urkunden oder eben in der Synagoge. Ein typischer Synagogenname wäre etwas wie „Jakob ben [Sohn des] David“. Im Alltag wurden oft Spitznamen und Koseformen verwendet, die heute nur in den seltensten Fällen bekannt sind. Auf Fundstück 2204;1 werden dagegen fast ausschließlich diese Alltagsnamen verwendet, die oft deutschen Ursprungs sind oder verdeutschte Koseformen hebräischer Namen darstellen. Ein gutes Beispiel dafür ist ‚Gunprecht Koppchen‘: Gunprecht ist ein typischer deutscher Vorname des Mittelalters, das ‚Koppchen‘ ist eine verdeutschte Koseform des hebräischen ‚Jakob‘. Die hier verwendeten Namen können also Aufschluss geben über die Bedeutung des Hebräischen und Deutschen im Alltag der Jüdinnen und Juden im mittelalterlichen Köln. Etwa die Hälfte der in der Liste verzeichneten Personen sind Frauen. Diese Tatsache veranschaulicht eine Besonderheit der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden im heutigen Deutschland: Frauen und Männer waren im wirtschaftlichen Bereich mehr oder weniger gleichberechtigt. Jüdische Frauen hatten oft eigene Berufe, schlossen ihre eigenen Verträge und verwalteten ihr Geld selbst.

Fundstück 2204;1 und die anderen Schieferfunde aus den Kölner Ausgrabungen werden in Zukunft sicher weitere Informationen über die Vergangenheit der jüdischen Gemeinde der Stadt liefern können. Der zufällige Fund im Jahr 2011 war ein seltener Glücksfall für die Forschung und schafft neue Perspektiven auf den Alltag mittelalterlicher Jüdinnen und Juden. Fundstück 2204;1 wird — neben einigen anderen Schieferfunden der Archäologischen Zone — in der zukünftigen Dauerausstellung des MiQua zu sehen sein.

Ein Beitrag von Maximilian Holfelder

Maximilian Holfelder studiert im Master Judaistik an der Goethe-Universität in Frankfurt. Er arbeitet als Hilfskraft am Seminar für Judaistik und hat seine Bachelor-Arbeit über Fundstück 2204;1 geschrieben.
 

My favourite bject: a chance find from the Middle Ages

The excavations in the area of the medieval Jewish quarter were in full swing in the beginning of 2011 when an employee of the Archaeological Zone found a soiled piece of slate in his hands. As slate has been in use for roofs since medieval times, the find did not appear that unusual. The slates found in excavations are mostly not even kept. But washing revealed something extraordinary: the slate had writing on it – in archaic Hebrew letters!

Upon this discovery, every unearthed shard of slate was washed and examined. The result was spectacular: the archaeologists found markings on hundreds of slates; drawings, doodles and short texts in Hebrew and German writing. What makes these finds so unusual is that they came down to us by accident. Texts from the Middle Ages have normally only survived to this day if someone thought them very important at the time. Everyday items such as shopping lists, for example, were mostly not kept with care and have therefore not been preserved as a rule. The slate finds from Cologne consequently afford a rare insight into the everyday life of the city’s Jews in the medieval period.

Gunprecht, Jakob and Koppchen

Some slates show lists of names, partly with amounts of money next to each one. A particularly well-preserved example in this category is find no. 2204;1. This list comprises over 60 entries, each of them composed of a name and amount in hellers or pfennigs. There is no heading or other additional information, just names and amounts.

Fig. 1: Find no. 2204;1 © Archaeological Zone / City of Cologne

The names used in the list are quite different from the names of Cologne Jews handed down by other sources. It was customary to have a „synagogue name“ that followed the traditional Jewish naming conventions. This name was used for ‚official‘ purposes: on gravestones, in documents or in the synagogue, as it were. A typical synagogue name would go something like „Jakob ben [son of] David“. The nicknames and pet forms frequently used in everyday life are only known today in the rarest of cases. Whereas find no. 2204;1 almost exclusively features these everyday names, which are often of German origin or Germanized pet forms of Hebrew names. A good example for this is ‚Gunprecht Koppchen‘: Gunprecht is a typical German first name of the Middle Ages, while ‚Koppchen‘ is a Germanized pet form of the Hebrew ‚Jacob‘. The names used here can thus yield information about the importance of Hebrew and German in the everyday life of Jews in medieval Cologne. Around half the persons recorded in the list are women. This fact illustrates a unique feature of medieval Jewish communities in what is Germany today: men and women were more or less equals in business. Jewish women often had own occupations, concluded their own contracts and managed their own money.

Find no. 2204;1 and the other slates from the excavations in Cologne will surely be able to provide further information about the history of the city’s Jewish community in the future. The accidental find in 2011 was a rare stroke of luck for the research and opens up new perspectives on the everyday life of medieval Jews. Find no. 2204;1 will — along with other slate finds from the Archaeological Zone — be on view in the future permanent exhibition of the MiQua.

A contribution by Maximilian Holfelder

Maximilian Holfelder is attending a MA course in Jewish studies at Goethe University in Frankfurt. He works as an assistant at the seminar for Jewish studies and wrote his BA thesis about find no. 2204;1.

The Roman Frontier along the River Rhine as future part of the Frontiers of the Roman Empire: A transnational World Heritage Site

The northern border of the Roman Empire, the Limes, is the largest linear archaeological feature in Europe. The Lower German Limes, featuring forts, ships, roads and civilian settlements along the river Rhine in the German states of North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate, and through the Dutch provinces of Gelderland, Utrecht and Zuid-Holland, is an impressive remnant of our Roman past. Several sections of the Roman Limes currently have World Heritage status. Hadrian’s Wall in Great Britain was the first part to be listed as a World Heritage Site, in 1987. In 2005 the Upper German and Rhaetian Limes was also added to the list, followed in 2008 by the Antonine Wall (in Scotland). Together, they form a World Heritage Site known as ‘Frontiers of the Roman Empire’. The goal is to submit a joint and simultaneous Dutch-German nomination of the Lower Germanic Limes as an ‘extension’ to the existing ‘Frontiers of the Roman Empire’ World Heritage Site. A new publication is dedicated to this ambitious goal.

The crucial role of museums in cultural landscapes: new publication by ICOM Netherlands

The borders of the Roman Empire (also known as Limes) in Great Britain (Hadrian’s Wall and the Antonine Wall) and parts of the Limes in southern Germany have been added to the UNESCO World Heritage List as „Frontiers of the Roman Empire“ (WHS). The so-called Lower Germanic Limes will be nominated by the Dutch government in cooperation with the German federal states of North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate in 2020 as a supplement to these „Frontiers of the Roman Empire“. In recent years, many initiatives have been developed to increase the perception of the Dutch Limes. After all, this is largely underground and therefore invisible. In this publication, the role of museums in these challenges is examined.

This English-language publication contains eight contributions and is based on the international session at the ICOM General Conference in Milan in 2016, organized by ICOM Netherlands. Through an international group of experts, topics such as museums and cultural landscapes, visitor experience, tourism, cooperation, and government responsibility are described and recommendations made. Museums play a crucial role in the revitalization of cultural landscapes, so important to the UNESCO World Heritage List.

The publication „The Roman frontier along the River Rhine“ is available as an online publication: https://www.icomnederland.nl and can also be ordered as hard copy from ICOM Netherlands via the same website.


Book information:
The Roman Frontier along the River Rhine
The Role of Museums in revitalizing Cultural Landscapes
De Bruin, Hertog & Paardekooper (eds.), 2018.
Published by ICOM Netherlands
ISBN: 978-90-828845-0-0

Im Vordergrund stehen Menschen und betrachten den Grundstein.

Die Grundsteinlegung – unser MIQUA-Highlight des Jahres!

Am 28. Juni war es endlich soweit und der Grundstein des neuen MIQUA wurde auf der Baustelle vor dem Rathaus enthüllt. Für alle die nicht dabei sein konnten, fassen wir den Tag hier nochmal zusammen. Hinter den Kulissen liefen die Planungen natürlich schon deutlich länger. Da es sich um ein Kooperationsprojekt handelt, wurden Abläufe und Organisation der Veranstaltung mit der Stadt Köln als Bauherrin abgestimmt. Die Gestaltung des Steins, das Programm und auch das Begleitheft waren Dinge, die es alle samt vorzubereiten galt und auch der Tag selbst war prall gefüllt mit Terminen.

Von einer Baustelle zur nächsten…

Um etwa 10:00 Uhr wurde der Grundstein von der Dombauhütte zur Baustelle des künftigen Museums transportiert. Das Ganze wurde von einem Filmteam des LVR-Zentrums für Medien und Bildung mit Sitz in Düsseldorf begleitet. Nicht ohne Grund, denn der schwere französische Kalkstein (Material: Pierre de Caen) wurde auf einem Handkarren von Mitarbeitern der Dombauhütte bis zum Rathausplatz gezogen. Der Steinmetzmeister der Dombauhütte Markus Heindl übernahm Entwurf und Ausführung des Grundsteins.
Vor Ort angekommen, wurde der Stein auf einen Sockel gehoben, dessen Form das sogenannte Rautentragwerk als architektonisches Merkmal des späteren Museumsneubaus aufgriff. Für die spätere Enthüllung vor den Gästen wurde er mit einem Tuch bedeckt.

Im Hintergrund das Rathaus, davor die Baustelle mit dem verhüllten Grundstein.

Der verhüllte Grundstein, Foto: Klaus W. Schmidt

Gäste von nah und fern

Ab 13:30 Uhr trafen die geladenen Gäste ein, unter ihnen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Kultur. Sowohl die Baustelle als auch das Festzelt füllten sich schnell. Die Feierlichkeiten fanden selbstverständlich – wie es sich für eine Grundsteinlegung gehört – an Ort und Stelle des zukünftigen Museumsbaues statt, über den archäologischen Befunden des jüdischen Viertels und des Goldschmiedeviertels.

In einem Zelt wurden die Stuhlreihen aufgestellt. Das Podium ist an der Kopfseite des Zeltes aufgebaut. Im Vordergrund konnten die Gäste Platz an den Stehtischen finden.

Das Festzelt am Vormittag, Foto: Samantha Bornheim / LVR

Neben der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker durften wir auch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet als Gast begrüßen.
Nach den Reden der Oberbürgermeisterin, des Ministerpräsidenten, des ersten stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland Prof. Dr. Jürgen Wilhelm und des zuständigen Architekten Prof. Wolfgang Lorch wechselten die Gäste vom Zelt zum Stein und warteten trotz hoher Temperaturen geduldig auf den Moment der Enthüllung.

Um circa 14:45 war es dann endlich soweit: Ein Baukran zog das Tuch langsam und vorsichtig in die Höhe und ermöglichte den anwesenden Gästen die Sicht auf den Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Stück für Stück sichtbar werdenden Inschriften auf dem Grundstein nehmen Bezug auf einen elementaren Leitgedanken der Ausstellungskonzeption: Das MIQUA hat im Herzen eine archäologische Grabung, die sich aus horizontalen Schichten aus 2000 Jahren Stadtgeschichte zusammensetzt. Das Museum versteht sich aber auch selbst als Teil der Geschichte des Ortes, an dem es errichtet wird. So ist als oberstes Element der Schriftzug des MIQUA zu lesen, gespiegelt an einer Kante. Er symbolisiert somit die beiden Ebenen des Museums, den archäologischen Teil unter der Erde und den sichtbaren Museumsneubau auf dem Platz. Der üblichen Nennung des Jahres der Grundsteinlegung wurden zwei weitere Zeitrechnungen beigefügt, die die stadtgeschichtlich-archäologischen Schichten der Grabung symbolisieren: das jüdische Jahr und das Jahr nach römischem Kalender.

Das Veranstaltungsprogramm sah neben Enthüllung und Präsentation des Steins auch dessen Befüllung mit tagesaktuellen Zeitungen, Bauplänen für das MIQUA, Münzen sowie drei originalen Artefakten (einem römischen Ziegelfragment, einer mittelalterlichen Schiefertafel sowie einem bis zur Unkenntlichkeit geschmolzenen Farina-Fläschchen aus der Zerstörungsschicht des Zweiten Weltkriegs) vor.

OB Henriette Reker befüllt den Grundstein. MP Armin Laschet und Prof. Dr. Jürgen Wilhelm sehen dabei zu.

Die Befüllung des Grundsteins, Foto: Klaus W. Schmidt

Gelegt wurde der Grundstein an diesem Tag allerdings nicht. Der Grund hierfür ist außergewöhnlich: Der Stein wird in die Dauerausstellung des neuen MIQUA integriert und für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar sein.

Der MIQUA-Grundstein aus Kalkstein in Form eines Quadrates. In der Mitte des Steins hervorgehoben der gespiegelte Schriftzug MIQUA sowie über Stufen dargestellt verschiedene Zeitrechnungen.

Der MIQUA-Grundstein, Foto: Elke Wetzig / Wikimedia Commons

Das Magazin zur MIQUA-Grundsteinlegung finden Sie hier.

Ein Beitrag von Samantha Bornheim & Malin Drees.

Fassadenansicht des früheren Benediktinerklosters. Heute dient die Abtei Brauweiler als Sitz verschiedener LVR-Kultureinrichtungen und als Veranstaltungsort.

Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!

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Nicht nur unser Museum, sondern der Landschaftsverband Rheinland insgesamt als Träger beschäftigt sich eingehend mit dem Thema der Digitalisierung. Auf der Konferenz „Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!“ diskutierten am 11. Juli 2018 Führungskräfte des LVR in der Abtei Brauweiler intensiv und ressortübergreifend über die verschiedenen Aspekte dieses immensen Veränderungsprozesses, der sich nicht nur auf die Qualität der digitalen Leistungen, Informationen und Angebote auswirkt, sondern auch auf die interne Organisation und ihre Prozesse.

Ansicht der Abtei Brauweiler mit Turm.

Tagungsort Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Nach Vorträgen von Prof. Dr. Klemens Skibicki zu Digitaler Transformation und von Dr. Wolfgang Weniger über digitale Vertrauenskultur, stellte Patric Fedlmeier die digitalen Angebote der Provinzial Versicherung vor.
Einen spannenden Vortrag zum Thema Mental Health mit neuen Möglichkeiten zur Therapie psychischer Störungen hielt Prof. Dr. Jürgen Zielasek, in dem er insbesondere auf die Chancen und Angebote digitaler, webbasierter Therapie- und Behandlungsmethoden einging.

Ansicht des Tagungssaals mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Hintergrund eine Leinwand. Die Decke ist mit zwei Kronleuchtern verziert.

Tagung in der Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Konzeptionelle Ansätze wurden dann in einer längeren von Gruppen erarbeiteten Sequenz diskutiert, bei der auch die Museen des Landschaftsverbandes Rheinland und das MIQUA eine Rolle spielten. Milena Karabaic, Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege des LVR, betonte in ihrem Beitrag die Rolle der Digitalisierung für die Arbeitsorganisation des Dezernates mit seinen Kulturdienststellen sowie die verbesserten Möglichkeiten des Austausches untereinander. Ein gutes Beispiel dafür sei das Projekt der Provenienzforschung, in dem es besonders auf die Vernetzung der Museen untereinander und den nationalen und internationalen Austausch ankommt.

Das Bild zeigt die Vortragssituation mit Herrn Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA, neben Präsentationswänden.

Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Am Beispiel des laufenden Projektes eines Online-Ticketings und dessen Einführung im LVR-LandesMuseum Bonn in 2020 und im MIQUA. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln in 2021 wurden die Chancen der Digitalisierung im musealen Bereich verdeutlicht. Ausstellungsbesuche beginnen heute lange vor Betreten des Museums, idealerweise mit der Vorbuchung des Eintrittes, des Wunschtermins und von Zusatzangeboten. Diese können fachlicher Art sein, aber auch aus Gründen der Inklusion oder mit Blick auf besondere pädagogische Angebote für Gruppen und Schulklassen gewählt werden. Ob auf speziellen Medienguides oder dem eigenen Smartphone: Der Museumsrundgang kann während und nach der Tour mit Freunden geteilt und natürlich mit nach Hause genommen werden. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Digitalisierung musealer Leistungen und Angebote nicht mit einem Verlust an Wissenschaftlichkeit und Seriosität, also an Inhalt, verbunden sein muss, sondern im Gegenteil zu einer Ergänzung des Angebotes und einer Verdichtung von Informationen führen kann. Frei nach dem Motto: „So wenig Information wie nötig, aber so viel Information wie gewünscht“.

Interessant war auch die Diskussion um die Frage, ob die Digitalisierung den Gang ins Museum irgendwann völlig überflüssig macht. Wenn Inhalte, Objekte, Bilder und Führungen vollständig online stattfinden, warum noch der mühsame Gang in die Ausstellungen und zu den Originalen? Die Frage beantwortete sich von selbst, denn die Erfahrungen und Emotionen, das haptische Erleben und die Authentizität der originalen Objekte dürften auch weiterhin ausschlaggebend für einen Museumsbesuch sein. Die digitale Welt kann diesen aber enorm bereichern, die Zugänge erleichtern und den Service für alle Besucherinnen und Besucher verbessern.

Ein Beitrag von Thomas Otten

Digital transformation – an issue for the RRC!

Not only our museum is intensively engaged with the subject of digitalization, but also the Rhineland Regional Council overall as its sponsor. At the „Digital transformation – an issue for the RRC!“ conference held at Brauweiler Abbey on July 11, 2018, RRC executives intensively and cross-departmentally discussed the various aspects of this immense transformation process that not only impacts the quality of digital services, information and proposals, but also the internal organization and its processes.

Fig. 1: Conference venue Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

After presentations by Prof. Dr. Klemens Skibicki on digital transformation and Dr. Wolfgang Weniger on digital trust culture, Patric Fedlmeier introduced the digital services of the Provinzial insurance company.
An exciting presentation on mental health with new therapeutic options for psychological problems was provided by Prof. Dr. Jürgen Zielasek, who especially delved into the opportunities and proposals of digital web-based treatment and therapy options.

Fig. 2: Conference at Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

Conceptual approaches were discussed in a longer sequence elaborated by the groups that also involved the museums of the Rhineland Regional Council and MIQUA. In her presentation, Milena Karabaic, head of RRC department for culture and landscape heritage, highlighted the role of digitalization for her department’s work organization with its cultural institutions, as well as the improved options for mutual exchange. A good example for this in her eyes is the provenience research project, which particularly hinges on the mutual networking of museums, and a national and international exchange.

Fig. 3: Dr. Thomas Otten, Director of MIQUA, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

The opportunities of digitalization for museum institutions were illustrated by the ongoing online ticketing project and its introduction at the RRC LandesMuseum Bonn in 2020 and MIQUA. LVR-Jewish Museum in the Archaeological Quarter Cologne in 2021 as examples. Exhibition visits today start long before the museum is actually entered, ideally with an advance booking for the desired date and additional offers. These can be of a technical nature, but also selected for reasons of inclusion or in connection with special educational proposals for groups and school classes. Whether special media guides or the own smart phone: The visiting tours can be shared with friends live or afterwards, and additionally be taken home, of course. The discussion also highlighted that the digitalization of museum services and proposals need not necessarily be linked to a loss of scientific aspiration and seriousness, i.e. content, but is able to lead to a supplementation of the service and condensation of the information instead. True to the motto: „The minimum information required, but as much as you want to know“.

Also of interest was the discussion revolving around the question if digitalization will render museum visits completely superfluous at some point in the future. Once contents, objects, pictures and guided tours are all available online, why bother with the strenuous path to the exhibitions and originals? The question answered itself as the experiences and emotions, the haptic feel and authenticity of the original objects should also continue to be decisive for museum visits in the future. The digital world can drastically enrich them, ease access, and improve the service for all visitors.

A contribution by Thomas Otten