Mittelalterliche Schiefertafeln aus Köln – Ein Seminar mit der Goethe-Uni Frankfurt a.M.

Im Wintersemester 2018 / 2019 haben das MiQua, das Seminar für Judaistik der Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Archäologische Zone der Stadt Köln gemeinsam ein Seminar zu den Kölner Schiefertafelfunden aus dem mittelalterlichen jüdischen Viertel veranstaltet. Die Leitung des Seminars übernahm Prof. Dr. Elisabeth Hollender, Professorin für Judaistik an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Ein Bildschirm zeigt den Titel des Seminars: "Mittelalterliche Schiefertafeln aus dem Kölner jüdischen Viertel".
Die Abschlusspräsentation fand in den Räumen des MiQua in Köln statt. Foto: Philipp Zimball / LVR

Während der Ausgrabungen des jüdischen Viertels ab 2007 haben die Archäolog*innen der Stadt Köln Einritzungen auf Schiefertafeln entdeckt. Inzwischen sind etwa 500 beschriftete Schiefertafeln im Viertel geborgen worden. Zu diesen Beschriftungen zählen hebräische Schreibübungen, Zeichnungen und Skizzen, Namenslisten und Teile eines jiddischen Ritterepos.

In vier über das Semester verteilten Sitzungen hatten Studierende der Judaistik die Möglichkeit, sich intensiv und eigenständig mit einer Auswahl der Funde zu beschäftigen. Die Sitzungen fanden sowohl in der Frankfurter Universität als auch in den Räumlichkeiten des MiQua in Köln statt. Aufgabe für die Studierenden war eine über das Semester andauernde und selbstständige Auseinandersetzung und Analyse ausgewählter Schiefertafeln mit Hilfe von Fotoaufnahmen.

Den Auftakt bildete ein Termin im MiQua, an dem die Studierenden einerseits das Konzept des Museums kennenlernten, andererseits wurde der Ablauf des Seminars festgesteckt: Alle Studierenden haben eine oder eine Auswahl von beschrifteten Schiefertafeln erhalten, über die sie im Laufe des Semesters recherchieren und arbeiten sollten. Ein Highlight des ersten Termins war der Besuch der Archäologischen Zone der Stadt Köln. Vor Ort hatten die Studierenden die Möglichkeit, sich einige der Funde, mit denen sie später arbeiten sollten, direkt anzuschauen. Gary White, Katja Kliemann und Michael Wiehen übernahmen diese Sektion und zeigten den Studierenden die herausragenden Stücke. Auf Grund der Fragilität der Funde erfolgte die restliche Arbeit im Semesterverlauf mit Hilfe von hochauflösenden Fotoaufnahmen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Einführung in mittelalterliche, hebräische Paläographie von Prof. Dr. Judith Olszowy-Schlanger, Präsidentin des Oxford Centers for Hebrew and Jewish Studies und Professorin für Hebrew Manuscript Studies an der École pratique des hautes études in Paris.

Die beiden folgenden Sitzungen fanden in Frankfurt statt. Hier ging es einerseits um die Frage der Vermittlung der Inhalte von einzelnen Schiefertafeln an ein wissenschaftliches Fachpublikum und andererseits um die Vermittlung von Inhalten an die zukünftigen Besucher*innen des MiQua.

In der Abschlusssitzung im Februar 2019 wurden zunächst in einem internen Workshop die Forschungsergebnisse der Studierenden diskutiert, hierzu zählten unter anderem die Vorstellung von ersten Transkriptionen und Übersetzungen von hebräischen Tafeln. Anschließend präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse dem MiQua-Team, Mitarbeiter*innen der Archäologischen Zone, Mitgliedern der MiQua-Freunde sowie weiteren externen Gästen.

Die teilnehmenden Gäste hören interessiert den Vortragenden zu.
Auch externe Gäste nahmen an der Abschlusspräsentation in Köln teil. Foto: Philipp Zimball / LVR

Das Seminar ermöglichte es Studierenden, sich zu einem frühen Zeitpunkt in ihrem Studium sowohl mit dem aktuellen Forschungsdiskurs als auch mit der Frage nach Vermittlungsformen in einem Museum auseinanderzusetzen.

Wir bedanken uns noch einmal sehr herzlich für die Zusammenarbeit bei den beteiligten Institutionen!

Ein Beitrag von Malin Drees.

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