Der Niedergermanische Limes ist Welterbe – das Praetorium ist dabei!

Die Nord-Grenze des römischen Imperiums, der Limes, ist das größte lineare archäologische Denkmal in Europa. Der Niedergermanische Limes, der aus militärischen Forts, Siedlungen, Häfen und Schiffsfunden, Straßen und Zivilsiedlungen entlang des Rheins in den bundesdeutschen Ländern von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie den niederländischen Provinzen Gelderland, Utrecht und Süd-Holland besteht, ist ein eindrucksvolles Relikt der römischen Geschichte. Auf rund 400 Flußkilometern von Remagen im Süden bis zur Nordseemündung des Rheins im Norden erstrecken sich die Monumente wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Die archäologischen Überreste des Praetoriums – Statthalterpalast und Zentrum römischer Herrschaft am Rhein – sind in dieser Größe und Vollständigkeit, erhalten unter der Bebauung einer modernen Großstadt, einmalig. Als Hauptstadt der Niedergermanischen Provinz ist das Praetorium Kernbestandteil des UNESCO-Welterbes „Frontiers of the Roman Empire – The lower German Limes“.

Seit diesem Dienstag (27. Juli 2021) ist der Limes UNESCO-Welterbe.

Bei der 44. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees im chinesischen Fuzhou wurde heute die Entscheidung für die Aufnahme in die Welterbeliste getroffen. 

Dieses grenzüberschreitende Kulturerbe besitzt größten historischen Wert bis in die heutige Zeit. Der Niedergermanische Limes schützte einstmals die nördliche Grenze des Römischen Imperiums. Obwohl der Limes heute von modernen Staatsgrenzen getrennt wird, besteht das verbindende Element der gemeinsamen historischen Vergangenheit zwischen beiden Ländern und Kulturen.

Verschiedene Abschnitte des Römischen Limes besitzen bereits den Status eines UNESCO-Welterbes. Der Hadrians Wall in Großbritannien wurde als erster Abschnitt im Jahr 1987 auf die Liste des Welterbes gesetzt. Im Jahr 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes eingeschrieben, gefolgt vom Antonines Wall in Schottland im Jahr 2008. Gemeinsam beschreiben sie das UNESCO-Welterbe „Frontiers oft he Roman Empire“. Der Niedergermanische Limes wurde im Jahr 2011 auf die Niederländische Tentativliste der künftigen UNESCO-Welterbstätten gesetzt. Das niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft traf 2015 mit den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Kooperationsvereinbarung für die Zusammenarbeit und gemeinsame Nominierung des Limes.

Das Beitragsbild zeigt den zentralen Saal des Praetoriums: das Oktogon. Foto © Stefan Arendt / LVR-Zentrum für Medien und Bildung

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Johannes Wachten sagt:

    Das ist eine sehr gute Nachricht, herzlichsten Glückwunsch!

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    1. Team MiQua sagt:

      Lieber Herr Wachten, vielen Dank! Ja, das ist eine sehr, sehr erfreuliche Nachricht!!! Herzliche Grüße M.J.

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