@museum_miqua

Im Vordergrund stehen Menschen und betrachten den Grundstein.

Die Grundsteinlegung – unser MIQUA-Highlight des Jahres!

Am 28. Juni war es endlich soweit und der Grundstein des neuen MIQUA wurde auf der Baustelle vor dem Rathaus enthüllt. Für alle die nicht dabei sein konnten, fassen wir den Tag hier nochmal zusammen. Hinter den Kulissen liefen die Planungen natürlich schon deutlich länger. Da es sich um ein Kooperationsprojekt handelt, wurden Abläufe und Organisation der Veranstaltung mit der Stadt Köln als Bauherrin abgestimmt. Die Gestaltung des Steins, das Programm und auch das Begleitheft waren Dinge, die es alle samt vorzubereiten galt und auch der Tag selbst war prall gefüllt mit Terminen.

Von einer Baustelle zur nächsten…

Um etwa 10:00 Uhr wurde der Grundstein von der Dombauhütte zur Baustelle des künftigen Museums transportiert. Das Ganze wurde von einem Filmteam des LVR-Zentrums für Medien und Bildung mit Sitz in Düsseldorf begleitet. Nicht ohne Grund, denn der schwere französische Kalkstein (Material: Pierre de Caen) wurde auf einem Handkarren von Mitarbeitern der Dombauhütte bis zum Rathausplatz gezogen. Der Steinmetzmeister der Dombauhütte Markus Heindl übernahm Entwurf und Ausführung des Grundsteins.
Vor Ort angekommen, wurde der Stein auf einen Sockel gehoben, dessen Form das sogenannte Rautentragwerk als architektonisches Merkmal des späteren Museumsneubaus aufgriff. Für die spätere Enthüllung vor den Gästen wurde er mit einem Tuch bedeckt.

Im Hintergrund das Rathaus, davor die Baustelle mit dem verhüllten Grundstein.

Der verhüllte Grundstein, Foto: Klaus W. Schmidt

Gäste von nah und fern

Ab 13:30 Uhr trafen die geladenen Gäste ein, unter ihnen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Kultur. Sowohl die Baustelle als auch das Festzelt füllten sich schnell. Die Feierlichkeiten fanden selbstverständlich – wie es sich für eine Grundsteinlegung gehört – an Ort und Stelle des zukünftigen Museumsbaues statt, über den archäologischen Befunden des jüdischen Viertels und des Goldschmiedeviertels.

In einem Zelt wurden die Stuhlreihen aufgestellt. Das Podium ist an der Kopfseite des Zeltes aufgebaut. Im Vordergrund konnten die Gäste Platz an den Stehtischen finden.

Das Festzelt am Vormittag, Foto: Samantha Bornheim / LVR

Neben der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker durften wir auch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet als Gast begrüßen.
Nach den Reden der Oberbürgermeisterin, des Ministerpräsidenten, des ersten stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland Prof. Dr. Jürgen Wilhelm und des zuständigen Architekten Prof. Wolfgang Lorch wechselten die Gäste vom Zelt zum Stein und warteten trotz hoher Temperaturen geduldig auf den Moment der Enthüllung.

Um circa 14:45 war es dann endlich soweit: Ein Baukran zog das Tuch langsam und vorsichtig in die Höhe und ermöglichte den anwesenden Gästen die Sicht auf den Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Stück für Stück sichtbar werdenden Inschriften auf dem Grundstein nehmen Bezug auf einen elementaren Leitgedanken der Ausstellungskonzeption: Das MIQUA hat im Herzen eine archäologische Grabung, die sich aus horizontalen Schichten aus 2000 Jahren Stadtgeschichte zusammensetzt. Das Museum versteht sich aber auch selbst als Teil der Geschichte des Ortes, an dem es errichtet wird. So ist als oberstes Element der Schriftzug des MIQUA zu lesen, gespiegelt an einer Kante. Er symbolisiert somit die beiden Ebenen des Museums, den archäologischen Teil unter der Erde und den sichtbaren Museumsneubau auf dem Platz. Der üblichen Nennung des Jahres der Grundsteinlegung wurden zwei weitere Zeitrechnungen beigefügt, die die stadtgeschichtlich-archäologischen Schichten der Grabung symbolisieren: das jüdische Jahr und das Jahr nach römischem Kalender.

Das Veranstaltungsprogramm sah neben Enthüllung und Präsentation des Steins auch dessen Befüllung mit tagesaktuellen Zeitungen, Bauplänen für das MIQUA, Münzen sowie drei originalen Artefakten (einem römischen Ziegelfragment, einer mittelalterlichen Schiefertafel sowie einem bis zur Unkenntlichkeit geschmolzenen Farina-Fläschchen aus der Zerstörungsschicht des Zweiten Weltkriegs) vor.

OB Henriette Reker befüllt den Grundstein. MP Armin Laschet und Prof. Dr. Jürgen Wilhelm sehen dabei zu.

Die Befüllung des Grundsteins, Foto: Klaus W. Schmidt

Gelegt wurde der Grundstein an diesem Tag allerdings nicht. Der Grund hierfür ist außergewöhnlich: Der Stein wird in die Dauerausstellung des neuen MIQUA integriert und für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar sein.

Der MIQUA-Grundstein aus Kalkstein in Form eines Quadrates. In der Mitte des Steins hervorgehoben der gespiegelte Schriftzug MIQUA sowie über Stufen dargestellt verschiedene Zeitrechnungen.

Der MIQUA-Grundstein, Foto: Elke Wetzig / Wikimedia Commons

Das Magazin zur MIQUA-Grundsteinlegung finden Sie hier.

Ein Beitrag von Samantha Bornheim & Malin Drees.

Fassadenansicht des früheren Benediktinerklosters. Heute dient die Abtei Brauweiler als Sitz verschiedener LVR-Kultureinrichtungen und als Veranstaltungsort.

Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!

For English version click here.

Nicht nur unser Museum, sondern der Landschaftsverband Rheinland insgesamt als Träger beschäftigt sich eingehend mit dem Thema der Digitalisierung. Auf der Konferenz „Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!“ diskutierten am 11. Juli 2018 Führungskräfte des LVR in der Abtei Brauweiler intensiv und ressortübergreifend über die verschiedenen Aspekte dieses immensen Veränderungsprozesses, der sich nicht nur auf die Qualität der digitalen Leistungen, Informationen und Angebote auswirkt, sondern auch auf die interne Organisation und ihre Prozesse.

Ansicht der Abtei Brauweiler mit Turm.

Tagungsort Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Nach Vorträgen von Prof. Dr. Klemens Skibicki zu Digitaler Transformation und von Dr. Wolfgang Weniger über digitale Vertrauenskultur, stellte Patric Fedlmeier die digitalen Angebote der Provinzial Versicherung vor.
Einen spannenden Vortrag zum Thema Mental Health mit neuen Möglichkeiten zur Therapie psychischer Störungen hielt Prof. Dr. Jürgen Zielasek, in dem er insbesondere auf die Chancen und Angebote digitaler, webbasierter Therapie- und Behandlungsmethoden einging.

Ansicht des Tagungssaals mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Hintergrund eine Leinwand. Die Decke ist mit zwei Kronleuchtern verziert.

Tagung in der Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Konzeptionelle Ansätze wurden dann in einer längeren von Gruppen erarbeiteten Sequenz diskutiert, bei der auch die Museen des Landschaftsverbandes Rheinland und das MIQUA eine Rolle spielten. Milena Karabaic, Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege des LVR, betonte in ihrem Beitrag die Rolle der Digitalisierung für die Arbeitsorganisation des Dezernates mit seinen Kulturdienststellen sowie die verbesserten Möglichkeiten des Austausches untereinander. Ein gutes Beispiel dafür sei das Projekt der Provenienzforschung, in dem es besonders auf die Vernetzung der Museen untereinander und den nationalen und internationalen Austausch ankommt.

Das Bild zeigt die Vortragssituation mit Herrn Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA, neben Präsentationswänden.

Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Am Beispiel des laufenden Projektes eines Online-Ticketings und dessen Einführung im LVR-LandesMuseum Bonn in 2020 und im MIQUA. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln in 2021 wurden die Chancen der Digitalisierung im musealen Bereich verdeutlicht. Ausstellungsbesuche beginnen heute lange vor Betreten des Museums, idealerweise mit der Vorbuchung des Eintrittes, des Wunschtermins und von Zusatzangeboten. Diese können fachlicher Art sein, aber auch aus Gründen der Inklusion oder mit Blick auf besondere pädagogische Angebote für Gruppen und Schulklassen gewählt werden. Ob auf speziellen Medienguides oder dem eigenen Smartphone: Der Museumsrundgang kann während und nach der Tour mit Freunden geteilt und natürlich mit nach Hause genommen werden. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Digitalisierung musealer Leistungen und Angebote nicht mit einem Verlust an Wissenschaftlichkeit und Seriosität, also an Inhalt, verbunden sein muss, sondern im Gegenteil zu einer Ergänzung des Angebotes und einer Verdichtung von Informationen führen kann. Frei nach dem Motto: „So wenig Information wie nötig, aber so viel Information wie gewünscht“.

Interessant war auch die Diskussion um die Frage, ob die Digitalisierung den Gang ins Museum irgendwann völlig überflüssig macht. Wenn Inhalte, Objekte, Bilder und Führungen vollständig online stattfinden, warum noch der mühsame Gang in die Ausstellungen und zu den Originalen? Die Frage beantwortete sich von selbst, denn die Erfahrungen und Emotionen, das haptische Erleben und die Authentizität der originalen Objekte dürften auch weiterhin ausschlaggebend für einen Museumsbesuch sein. Die digitale Welt kann diesen aber enorm bereichern, die Zugänge erleichtern und den Service für alle Besucherinnen und Besucher verbessern.

Ein Beitrag von Thomas Otten

Digital transformation – an issue for the RRC!

Not only our museum is intensively engaged with the subject of digitalization, but also the Rhineland Regional Council overall as its sponsor. At the „Digital transformation – an issue for the RRC!“ conference held at Brauweiler Abbey on July 11, 2018, RRC executives intensively and cross-departmentally discussed the various aspects of this immense transformation process that not only impacts the quality of digital services, information and proposals, but also the internal organization and its processes.

Fig. 1: Conference venue Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

After presentations by Prof. Dr. Klemens Skibicki on digital transformation and Dr. Wolfgang Weniger on digital trust culture, Patric Fedlmeier introduced the digital services of the Provinzial insurance company.
An exciting presentation on mental health with new therapeutic options for psychological problems was provided by Prof. Dr. Jürgen Zielasek, who especially delved into the opportunities and proposals of digital web-based treatment and therapy options.

Fig. 2: Conference at Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

Conceptual approaches were discussed in a longer sequence elaborated by the groups that also involved the museums of the Rhineland Regional Council and MIQUA. In her presentation, Milena Karabaic, head of RRC department for culture and landscape heritage, highlighted the role of digitalization for her department’s work organization with its cultural institutions, as well as the improved options for mutual exchange. A good example for this in her eyes is the provenience research project, which particularly hinges on the mutual networking of museums, and a national and international exchange.

Fig. 3: Dr. Thomas Otten, Director of MIQUA, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

The opportunities of digitalization for museum institutions were illustrated by the ongoing online ticketing project and its introduction at the RRC LandesMuseum Bonn in 2020 and MIQUA. LVR-Jewish Museum in the Archaeological Quarter Cologne in 2021 as examples. Exhibition visits today start long before the museum is actually entered, ideally with an advance booking for the desired date and additional offers. These can be of a technical nature, but also selected for reasons of inclusion or in connection with special educational proposals for groups and school classes. Whether special media guides or the own smart phone: The visiting tours can be shared with friends live or afterwards, and additionally be taken home, of course. The discussion also highlighted that the digitalization of museum services and proposals need not necessarily be linked to a loss of scientific aspiration and seriousness, i.e. content, but is able to lead to a supplementation of the service and condensation of the information instead. True to the motto: „The minimum information required, but as much as you want to know“.

Also of interest was the discussion revolving around the question if digitalization will render museum visits completely superfluous at some point in the future. Once contents, objects, pictures and guided tours are all available online, why bother with the strenuous path to the exhibitions and originals? The question answered itself as the experiences and emotions, the haptic feel and authenticity of the original objects should also continue to be decisive for museum visits in the future. The digital world can drastically enrich them, ease access, and improve the service for all visitors.

A contribution by Thomas Otten

Mit vier historischen Personen ins MiQua

 

Dr. Luise Straus-Ernst
Ascher ben Jechiel
Didius Iulianus
Maria Goltslegerrsa 

For English version click here.

Vor der Baustelle des MiQua auf dem Kölner Rathausplatz steht nun ein neuer Bauzaun! Der stellt Ihnen den Ort und die Menschen vor, die hier in den vergangenen 2000 Jahren gelebt und gewirkt haben. Sie lernen einen Statthalter kennen, der im Praetorium sein „Büro“ hatte, einen Gelehrten aus dem jüdischen Viertel, eine Goldschlägerin und die frühere Direktorin des Wallraf-Richartz-Museums.

Wie besonders der Ort in der Vergangenheit war, zeigen neben den Personen auch die verschiedenen Schichten auf dem Bauzaun. Darin können Sie Bilder mit Eindrücken der archäologischen Denkmäler und Entwürfe der zukünftigen Ausstellung entdecken. Doch für unsere Gegenwart spielt der Ort eine ebenso wichtige Rolle. Durch die Gucklöcher im Bauzaun können Sie zusehen, wie hier das neue Museum entsteht. Als Besucherin oder Besucher steigen Sie später einmal in die „Stadt unter der Stadt“ hinab und erkunden die Vergangenheit auf einem unterirdischen Parcours am authentischen Ort. Mit archäologischen Befunden, Fundobjekten und den Geschichten der Menschen wird das MiQua ein komplexes historisches Stadtviertel museal zugänglich machen und so die verschiedenen Schichten der Vergangenheit mit der Gegenwart zusammenbringen. Denn die archäologischen Überreste des römischen Statthalterpalasts und des jüdischen mittelalterlichen Viertels mit Mikwe und Synagoge sind, nebeneinandergelegen unter der Bebauung einer modernen Großstadt, einzigartig. Das vielfältige Miteinander verschiedener Kulturen am Ort wird in der Ausstellung erlebbar. Mehr über unser Museumskonzept erfahren Sie hier.

Auf den anderen Seiten dieses Blogs können Sie sich über das Baugeschehen auf dem Laufenden halten oder interessante Blicke hinter die Kulissen werfen.

 

Köln als Karrierestation? Schon 180 nach Christus keine schlechte Idee!

Alter Mann mit weißem Haar und Bart, bekleidet mit einem verzierten Brustharnisch und einem über die linke Schulter geworfenen Tuch hält in der rechten Hand einen QR-Code

Statthalter Didius Iulianus, Grafik: © Ralf Gottschalk

Für den römischen Praetor Marcus Didius Severus Iulianus (133/137-193) war Köln eine Station seiner politischen Karriere. Fünf Jahre lang von 180 bis 185 verwaltete er als einer von vielen Statthaltern von hier aus die römische Provinz Niedergermanien. Bevor er nach Köln kam war er Statthalter der Provinzen Obergermanien und Belgica. Didius vollendete den Neubau des dritten Praetoriums, nachdem das ursprüngliche Gebäude Ende des 2. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört worden war. Nachdem er Köln verlassen hatte, ließ er sich 193 schließlich zum Kaiser ausrufen. Als dritter Kaiser des sogenannten Vierkaiserjahres wurde Didius aber schon 66 Tage später vom römischen Senat abgesetzt und von einem Attentäter umgebracht. Im Museum werden die Besucherinnen und Besucher Ziegelstempel mit seinem Namen und die Bauinschrift, die ihn als Bauherren des Palastes ausweist, sehen können.

Das Praetorium als Zentrum der römischen Herrschaft am Rhein wird Bestandteil des UNESCO-Welterbeantrages „Frontiers of the Roman Empire – The Lower German Limes“ sein, der gemeinsam mit den Niederlanden und dem Land Rheinland-Pfalz vorbereitet und im Jahr 2020 der UNESCO vorgelegt wird.

Es ist das früheste Beispiel der Geschichte dafür, dass der Rathausplatz in den letzten 2000 Jahren immer auch ein Ort der Macht war. Das Praetorium war nicht nur Arbeitsplatz der Praetoren, sondern als Repräsentationsbau auch architektonischer Ausdruck der von dieser Funktion ausgehenden Macht. Die Geschichte des vielfach erweiterten Gebäudekomplexes endet nicht mit den Römern. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass der vormalige römische Verwaltungssitz auch von den fränkischen Königen als Palast genutzt wurde. Im Mittelalter hat sich die Macht dann auf das nebenan liegende Rathaus verlagert, von wo aus bis heute die Geschicke der Stadt gelenkt werden.

 

Braucht man Internet, um ein Influencer zu sein? Ein jüdischer Gelehrter teilt sein Wissen mit Europa.

Ein alter Mann mit langem weißen Bart und einer mützenähnlichen Kopfbedeckung hält ein iPad in den Händen

Der mittelalterliche jüdische Gelehrte Ascher ben Jechiel, Grafik: © Ralf Gottschalk

Ascher ben Jechiel (um 1250-1327) war einer der angesehensten jüdischen Gelehrten seiner Zeit und verband religiöse Traditionen aus Europa miteinander.

Er lebte in Köln und Koblenz, unternahm Reisen nach Frankreich und wurde schließlich Rabbiner in Worms. Um 1266 heiratete Ascher ben Jechiel die Kölner Jüdin Jutta und kam damit zu Grundbesitz im Kölner jüdischen Viertel. Bereits 1281 verkaufte er diesen Besitz, weil er die Stadt wieder verließ. Über Würzburg zog er nach Savoyen und von da aus über die Provence bis nach Barcelona und Toledo, wo er 1305 Rabbiner wurde. Auf diesen Wegen lernte Ascher ben Jechiel viele jüdische Gemeinden und ihre Mitglieder kennen. Insbesondere seine Weltgewandtheit führte zu einer Belebung des Talmudstudiums und führte Schüler aus aller Welt nach Toledo.

Der Talmud (hebräisch תלמוד, deutsch Lehre, Studium, Belehrung) ist das bedeutendste Auslegungswerk der Tora im Judentum. Er berührt alle Bereiche des alltäglichen Lebens: Sowohl Speisevorschriften als auch Familienrecht werden im Talmud für die Anwendung im Alltag diskutiert.

Auf dem iPad in Ascher ben Jechiels Hand ist auf Hebräisch der Name seines wichtigsten Werkes vermerkt: Piske HaRosch, die Urteile des Rosch. „Rosch“ ist Ascher ben Jechiels Gelehrtenname und bedeutet übersetzt „Kopf“, was seine hohe Bildung belegt.

Im MiQua begleiten wir über einen Zeitraum von 300 Jahren seine Familie als eine der berühmtesten des mittelalterlichen jüdischen Viertels in Köln. Sie können ab 2021 ausgewählte Familienmitglieder mithilfe eines großen interaktiven Stammbaums kennenlernen. Wie Ascher ben Jechiel waren noch viele weitere Mitglieder seiner Familie bekannte Rabbiner und Gelehrte. Vor allem ihre Gelehrsamkeit führte zum Austausch mit anderen Gemeinden des Kontinents.

Ascher war also Influencer der ersten Stunde, der sein Wissen bereits mit der gesamten mittelalterlichen jüdischen Welt teilte!

 

Frauen in Führungspositionen? Eine Goldschmiedin macht es schon im Mittelalter vor.

Eine Frau mit einer weißen, kopftuchähnlichen Haube berührt mit der linken Hand einen Ring an ihrer rechten Hand

Maria Goltslegerrsa, Grafik: © Ralf Gottschalk

Maria Goltslegerrsa lebte und arbeitete als Goldschlägerin im 14. Jahrhundert im „Haus zum Golde“. Ihr damaliger Arbeitsplatz lag ganz in der Nähe der Stelle, an der jetzt ihr Porträt am Bauzaun angebracht ist: in der Straße „Unter Goldschmied“.

Die Kölner Goldschmiede waren im Mittelalter genau hier tätig und die absoluten Stars in ihrer Handwerkskunst. Nur in Paris und London entstanden ähnlich hochwertige Objekte aus Gold, Silber und Edelsteinen. Die Goldschläger fertigten dünne Gold- und Silberbleche an, die dann von den Goldspinnerinnen – ein reines Frauenhandwerk – zu Goldfäden weiterverarbeitet wurden. Diese Goldfäden waren europaweit ein geschätztes Produkt. Möglicherweise war Maria die Witwe eines Goldschlägers und führte dessen Gewerbe weiter oder sie war eine Goldspinnerin in der Goldschlägergaffel. Denn sowohl Goldschläger als auch Goldspinnerinnen waren seit dem späten 14. Jahrhundert zusammen in einer Gaffel – so hießen in Köln die Handwerkszünfte – organisiert.

Neben Maria lebten und arbeiteten Ende des 14. Jahrhunderts etwa 100 Goldschmiede und auch einige Goldschmiedinnen in der Domstadt. Köln war damals mit rund 40.000 Einwohnern eine der größten europäischen Städte, ein Zentrum der mittelalterlichen Kunst und des Handels. Auftraggeber für Goldschmiedekunst gab es hier genug: den Kölner Dom, die vielen Kirchen und wohlhabende Bürger und Adlige, die alle prächtige Kunstwerke erwerben wollten.

Der heutige Straßenname erinnert immer noch an die Blütezeit dieses Handwerks.

 

Kunst- und Kulturmetropole Köln? Eine der Frauen, die unsere Stadt dazu gemacht haben.

Eine Frau mit mittellangen, schwarzen und seitlich gescheitelten Haaren, mit einem ärmellosen Kleid und Perlenkette hält in der linken Hand eine Perlenkette

Dr. Luise Straus-Ernst, Grafik: © Ralf Gottschalk

Dr. Luise Straus-Ernst (1893-1944) war eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen des Rheinlands und leitete 1919 kommissarisch das Wallraf-Richartz-Museum. Sie wurde 1893 als Tochter des jüdischen Fabrikanten Jacob Straus und seiner Frau Charlotte in Köln geboren. In Bonn und Berlin studierte sie Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte und promovierte später mit ihrer Doktorarbeit zur Kölner Goldschmiedekunst des 12. Jahrhunderts. Sie kann als eine der bedeutendsten Kunst- und Kulturjournalistinnen der Weimarer Republik bezeichnet werden und war maßgeblich am Aufbau der Kölner Dada-Bewegung beteiligt. Im öffentlichen Bewusstsein ist sie vor allem als erste Ehefrau des Dadaisten Max Ernst präsent. Die beiden heirateten 1918. Aus dieser Ehe ging auch der gemeinsame Sohn Jimmy (1920-1984) hervor, den sie nach der Scheidung 1926 alleine aufzog. Wegen ihrer jüdischen Eltern und ihrer Beziehung zur Intellektuellen- und Künstlerszene musste sie nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 mit zunehmender Ausgrenzung rechnen und floh noch im Frühjahr des gleichen Jahres nach Frankreich. 1944 wurde sie mit einem der letzten Züge von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

In ihrem autobiografischen Buch „Nomadengut“ beschreibt Luise Straus-Ernst vier Objekte, die sie „überallhin begleiten, die Symbol für ein lebendig gebliebenes Vergangenes sind und die an den Orten, wo ich ein wenig bleibe, meine eigene Atmosphäre schaffen.“ Eines dieser Objekte wird als Kunstobjekt in der Dauerausstellung des MiQua zu sehen sein: ein silberner Aschenbecher. Als Anspielung auf dieses Objekt sieht man Luise rauchend auf dem Bauzaun.

 

Getting to know the MiQua with four historic people

 

On Cologne’s town hall square a new fence around the construction site is established. Get to know the place as well as the people who lived on this spot during the last 2000 years. You will meet a Praetor, who had his “office” within the Praetorium, a Jewish scholar of the medieval Jewish Quarter, a woman, who spun gold strings, and one of the former heads of the Wallraf-Richartz-Museum.

Next to the people, the different layers of the fence enhance the special nature of this place. You can find both images of the archaeological monuments and drafts of MiQua’s future exhibition. However, the present time of the place is as important as its history. Through viewing holes in the fence, you can witness the construction of the museum.

Visitors will climb down to tour the “city below the city”. You can explore former times with the exhibition below ground. By each architectural monument and archaeological finding, and people’s stories you will get to know a complex, historic Quarter in a museum setting. MiQua combines the different layers to bring history and present together. The archaeological features, the Praetorium, the medieval Jewish Quarter, the Synagogue and the Mikveh below the modern city, are unique. The place’s diversity combining several cultures can be explored in the future exhibition. You want to learn more on our Museum Concept? Click here.

Cologne as a career stop? Even 180 A.D. not the worst idea!

Cologne was a fundamental stop for the career of the roman Praetor Marcus Didius Severus Iulianus (133 or 137-193). Between 180 and 185 he administered the Roman province Germania Inferior (Lower Germania) as one of many praetors in this region. Before his duty in Cologne, he was praetor in Germania Superior (Upper Germania) and Belgica.

After the Cologne Praetorium was destroyed during a fire at the end of the 2nd-century, Didius finished the third reconstruction of the palace. He left town and let himself be proclaimed as the new emperor in 193. During the second so-called Year of the Four Emperors, he was the emperor of the Roman Empire for 66 days before the senate disposed him. He was anonymously murdered. Within the museum, visitors will find an inscribed stone including his name as well as an inscription, naming him as the constructer.

The Praetorium as the center for the Roman Empire in the Rhineland will be part of the UNESCO-Worldheritage proposal “Frontiers of the Roman Empire – The Lower German Limes”. The proposal is a shared project with the Netherlands and Rhineland-Palatinate. In 2020, it will be handed over to UNESCO.

This is the earliest example in history for the importance of the Cologne town hall square as a place of power. Next to being the workplace of a Praetor, the Praetorium was a representative building displaying power through architecture. The building’s story does not end with the Romans: archaeological findings suggest that Franconian kings used this palace as well. During the Middle Ages the place of power moved: Now the town hall became the center of power until today.

Does one need internet to become an influencer? A Jewish scholar shares his knowledge with Europe.

Ascher ben Jechiel (ca. 1250-1327) was one of the most respected Jewish scholars of his time, who linked religious traditions from Europe with one another.

He lived in Cologne and Koblenz, travelled to France and became Rabbi in Worms. Around 1266 he married Jutta, a Jewish woman from Cologne. Thus, he obtained estate in Cologne’s Jewish Quarter. In 1281, however, Ascher left the city and sold his property. He travelled to Savoyen via Wurzburg, moved on to Barcelona and Toledo via the Provence. He became the Rabbi of Toledo in 1305. During his journeys, Ascher got in touch with many Jewish communities and their members.

Especially his education helped to revive the study of the Talmud. Pupils from all over the place came to Toledo to learn from him and his sons.

Today, the Talmud (English: Instruction, Learning) is the most important interpretation of Tora. Affecting every part of daily life, it gives instructions on family law as well as Kashrut.

The iPad shows the name of Ascher’s most prominent work on its screen: Piske HaRosch, the decisions of Rosch. “Rosch” is Ascher’s scholarly name and is similar to the Hebrew word for “head”. This could also be a sign for his great education.

We will accompany him and his family for over 300 years. From 2021 onwards, we will exhibit a few family members with the help of an interactive family tree. Like Ascher many of his relatives were famous scholars and Rabbis. Especially their education led to an international exchange between scholars.

Ascher was an influencer from the beginning, who shared his knowledge with the medieval Jewish world.

Women in leadership positions? A female goldsmith in the Middle Ages.

Maria Goltslegerrsa lived and worked as a goldbeater in “Haus zum Golde” during the 14th-century. Her former workplace was near the spot, where today, her portrait on the museum fence is displayed: Unter Goldschmied.

During the Middle Ages Cologne’s goldsmiths worked right here. They dominated the medieval craftsmanship in the field of gold beating, hammering and forming. Paris and London were the only cities manufacturing similar gold, silver or gemstone objects. Goldbeaters produced thin gold and silver sheets. Females spun the sheets into strings. All over Europe, people admired Cologne’s gold strings.

It is possible that Maria was the widow of a goldbeater, who continued her husband’s business after his death, or that she herself was a gold spinner in the so-called goldbeater-guild. In the late 14th-century goldbeaters as well as the field of spinning gold were connected in only one craftsmanguild.

In addition to Maria, over 100 goldsmiths – male and female – both lived and worked in Cologne. As a center for trade and with about 40,000 inhabitants, Cologne was one of the biggest cities in Europe. The Cologne Cathedral, many churches, wealthy citizens and aristocrats belonged to the clients of the goldsmiths. Today’s street name still refers to the height of this craft.

Art and Cultural metropolis Cologne? A Woman who shaped our city.

Dr. Luise Straus-Ernst (1893-1944) was one of Germany’s first graduated female art historians. She temporary headed the Wallraf-Richartz-Museum in 1919.

In 1893, she was born in Cologne as the daughter of the Jewish factory owner Jacob Straus and his wife Charlotte. She studied Art History, Archaeology as well as History in Bonn and Berlin. Her doctoral thesis examines Cologne’s goldsmiths during the 12th-century.

As one of the most important journalists in the field of art and culture in the Weimar Republic, she significantly shaped and built the Dada-Community in Cologne.

Many people know her as the first wife of the Dadaist Max Ernst. They married in 1918 and had one son, named Jimmy (1920-1984). After their divorce in 1926, Luise raised Jimmy by herself.

Because of her Jewish parents as well as her strong relations with both Cologne’s intellectual- and art scene, she had to flee the country in spring 1933 after Hitler was appointed chancellor and the National Socialists established a dictatorship. On one of the last trains, she was deported from Drancy to Auschwitz, where she was murdered in 1944.

In her autobiography “Nomadengut”, Luise Straus-Ernst describes four objects that accompanied her everywhere during her lifetime. One of these is included as an objet d’art in our future permanent exhibition: a silver ashtray. In reference to the ashtray, you can see Luise smoking on the fence.

Im Zentrum des Bildes steht das rekonstruierte römische Amphitheater im Archäologischen Park Xanten.

Neues von den MiQua-Volos: Mit dem Golf-Cart durch die Römerzeit

#MiQuadventure Episode 3

Gladiatoren – Ikonen der Antike und Filmgeschichte…

„Der General, der ein Sklave wurde. Der Sklave, der Gladiator wurde. Der Gladiator, der sich gegen den Kaiser auflehnte.“ – solch einen Werdegang á la Hollywood wie im Blockbuster Gladiator von Ridley Scott hat es sicher nicht häufig gegeben – wenn überhaupt! Doch wie war das denn mit den Gladiatoren in der Antike? Wir waren auf Spurensuche im Archäologischen Park Xanten (APX), wo neben vielen anderen Themen wie Berufen und dem Alltag in der Antike auch die Auseinandersetzung mit den antiken Kämpfern Teil der Ausstellung ist. In den Katakomben des Amphitheaters folgen die Besucherinnen und Besucher oder auch wir MiQua-Volos den Wegen der Gladiatoren, erfahren etwas über deren Kleidung, lernen den Ablauf eines Kampfes kennen und können auf den Rängen im Innenraum Platz nehmen. Es ist ja schließlich auch ein #MiQuadventure!

In der wiedererrichteten Arena des Parks werden derzeit archäologische Grabungen durchgeführt.

Im Inneren des Amphitheaters, Foto: Samantha Bornheim / LVR

Besonders beeindruckt haben uns die Werft und Schiffsbauprojekte, die dort umgesetzt werden. Wer mag, kann hier die Arbeiten an den Schiffen mitverfolgen, denn ebenso wie Thermen und Römermuseum, ist auch die Werft fester Bestandteil des Ausstellungsbetriebes.

Als die Volontärinnen und Volontäre uns abgeholt und über das Gelände geführt haben, wurde schnell klar, dass unsere alltäglichen Arbeiten durchaus unterschiedlich sein können. Aber gerade das macht den Austausch unter den Dienststellen ja spannend. Wir wurden also bei strahlendem Sonnenschein mit dem Golfcart von einem Highlight im Park zum nächsten gebracht und rundeten unseren Ausflug dann auch noch mit einem römischen Mittagessen im Restaurant ab.

Das parkeigenen Restaurant serviert Speisen, die nach antiken römischen Rezepten zubereitet werden.

Römisches Mittagessen, Foto: Samantha Bornheim / LVR

Wir konnten also an diesem Tag das ganze Gelände erkunden und viele neue Einblicke in die Zeit der Römer in Xanten bekommen.

Am 23. und 24. Juni gibt es hier dann auch wieder das größte Römerfest Europas mit einem riesigen Programm für alle – hoffentlich bei genauso gutem Wetter!

Von der Plattform des nördlichen Torbaus aus hat man einen Überblick über den gesamten Park.

Überblick über den APX vom Nordtor aus, Foto: Samantha Bornheim / LVR

Der sogenannte Hafentempel wurde unvollständig rekonstruiert, sodass nur ein Teil der Säulen und ein kleiner Abschnitt des Daches zu sehen sind.

Der sogenannte Hafentempel im APX, Foto: Samantha Bornheim / LVR

LVR-Volos unter sich

Nach diesem Freiluft-Ausflug ging es eine Woche später beim Treffen der Volontärinnen und Volontäre des LVRs im Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte um das Thema Digitalisierung. Die halbjährlichen Treffen dienen einem Kennenlernen untereinander aber auch einem leichteren Einstieg in die Strukturen des Landschaftsverbandes Rheinland. Hier diskutierten alle Volos spannende Fragen bezüglich der Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Veröffentlichung von Bildmaterial. Die praktische Umsetzung des Gelernten wendeten wir in einem weiteren Schritt mit der Eingabe von Sammlungsbeständen in die Datenbank an und lernten Schwierigkeiten, Probleme aber auch Chancen der Digitalisierung kennen. Die Volos der unterschiedlichen Dienststellen hatten hier außerdem die Gelegenheit sich auszutauschen und Strukturen zu klären.

Am Ende stand das klare Vorhaben, weitere Austauschtreffen zwischen den Dienststellen zu organisieren, bevor es im November dann auch für uns zum nächsten Treffen der Volontärinnen und Volontäre wieder in den Archäologischen Park Xanten geht.

Wir freuen uns schon jetzt auf den spannenden Austausch mit allen!

Ein Beitrag von Samantha Bornheim & Malin Drees

Elefant mit Logo der BVT 2018

#MiQuadventure Episode 2: BVT 2018

Ein Volo kommt selten allein…

…das gilt zumindest für die Bundesvolontärstagung des Deutschen Museumsbundes, die jedes Jahr an unterschiedlichen Standorten für Volontär*innen aus ganz Deutschland stattfindet. Denn natürlich ist das #MiQua nicht allein! Viele Kultureinrichtungen bieten diese Form der Ausbildung für Uniabsolvent*innen an. Die Rahmenbedingungen sind allerdings ganz unterschiedliche.

Die Tagung

Genau das war auch Thema auf der BVT 2018 am 1. und 2. März in München. Berichte von Teilnehmer*innen über ihre Volontariate reichten von Verzweiflung und Frust über Erleichterung bis hin zu Zufriedenheit und übertroffenen Erwartungen. Um ersterem entgegenzusteuern, präsentierte der Museumsbund den neuen „Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat im Museum“ mit Empfehlungen, wie und mit welchen Bedingungen ein Volontariat aufgebaut sein sollte. Das „Goldene V“ verleiht der Arbeitskreis Volontariat jedes Jahr an „vorbildliche“ Institutionen. Wichtig hierbei: die Volontär*innen reichen die Bewerbung ein!

2018 waren die Preisträger das Jüdische Museum in Berlin und das Museum für Kommunikation Frankfurt – herzlichen Glückwunsch nochmal liebe Kolleg*innen!

Minustemperaturen und Fälschungen

Die Highlights aber waren die Angebote „Volos führen Volos“ am ersten und die Workshops am zweiten Tag. Volos stellten verschiedene Institutionen vor oder– wie in unserem Fall – führten Sie uns trotz Eiseskälte durch die Stadt an „Orte der NS-Geschichte“.

Teilnehmer*innen der BVT 2018 am Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Volos führen Volos: Peter Liszt (Gedenkstätte Flossenbürg) und Michael Störk (Gedenkstätte Dachau) beim Stadtrundgang „Orte der NS-Geschichte“, hier: der Platz der Opfer des Nationalsozialismus. (Foto: Samantha Bornheim / LVR)

Teilnehmer*innen des Stadtrundgangs auf dem Weg zum NS-Dokumentationszentrum München.

Volos führen Volos: Auch das NS-Dokumentationszentrum wurde thematisiert. (Foto: Samantha Bornheim / LVR)

Nach dem Vortragsprogramm trafen wir uns am Abend noch zu einem entspannten Get-Together in der Residenz München, bevor am zweiten Tag Workshops wie „Hatte Hitler Hamster? Über die Bedeutung von dialogischen Konzepten in geführten Rundgängen“ und „Objekte in jüdischen Sammlungen – Zufall oder Strategie“ Zeit und Raum für Diskussionen und wertvolle praktische Einblicke boten.

Die Teilnehmer*innen des Workshops "Objekte in jüdischen Sammlungen – Zufall oder Strategie" untersuchen gemeinsam Objekte aus der Sammlung des Jüdischen Museums München.

Teilnehmer*innen des Workshops „Objekte in jüdischen Sammlungen – Zufall oder Strategie“ bei der BVT 2018 (Foto: Samantha Bornheim / LVR)

Bei letzterem waren alle Teilnehmer*innen restlos begeistert: Nach einem Rundgang durch das Depot, sprachen wir mit Lilian Harlander, der Kuratorin Sammlungen im Jüdischen Museum München und Marie-Luise Wallis, wissenschaftliche Volontärin dort, unter anderem über ein hoch aktuelles Thema: Gefälschte Judaica in den Sammlungen der Jüdischen Museen. Die Frage Fälschung oder Verfälschung wird aber derzeit auch auf internationaler Ebene („historical fakes and forgeries“) diskutiert wie das Programm einer AEJM-Tagung im April zeigt.

Alles in allem ein super spannendes Programm, deshalb hoffentlich bis 2019 – dann wahrscheinlich ganz in der Nähe in Düsseldorf!

 

*Das nächste #MiQuadventure ist bereits in Sicht: #Volos on tour in Xanten*

 

Ein Beitrag von Samantha Bornheim

 

weißer Vogel auf blauem Grund

MiQua zwitschert.

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Ein blau hinterleuchtetes Schild mit der Aufschrift "2018 Here we come"

© Buchholz / LVR

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