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Erfolgreiche Kooperation von MiQua und DOMiD: Gastvitrine im Virtuellen Migrationsmuseum gelauncht!

MiQua und das „Haus der Einwanderungsgesellschaft“ sind zwei Museen im Aufbau. Letzteres wird von dem bereits seit 30 Jahren bestehenden Verein „Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“ – kurz DOMiD e. V. – umgesetzt. Doch schon jetzt bietet ein virtuelles Ausstellungsprojekt erste Einblicke in die künftigen Themen der Kooperationspartner. Seit 2018 verfügt DOMiD über einen digitalen Ausstellungsraum, das Virtuelle Migrationsmuseum. Dort zieht im Oktober MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln mit einer virtuellen, zahlreiche aktuelle Themen umfassenden Gastvitrine ein. Im Zentrum der Präsentation stehen die Veränderungen der jüdischen Gemeinden in Deutschland in den 1990er Jahren und die wechselseitige Beziehung zum Thema Migration.

Unterwegs im Wohnheim des Virtuellen Migrationsmuseums: Screenshot aus der Anwendung. DOMiD-Archiv, Köln
Einführung in die Gastvitrine des Virtuellen Migrationsmuseums: Screenshot aus der Anwendung. DOMiD-Archiv, Köln

Über das Projekt

Bereits im Februar 2019 trafen sich Mitarbeiterinnen von DOMiD und MiQua auf der Bildungsmesse Didacta und sprachen spontan über Möglichkeiten der Zusammenarbeit. In diesem Jahr wurden die Überlegungen konkreter und die Idee einer MiQua-Gastvitrine im Virtuellen Migrationsmuseum war entstanden! Für beide Kölner Institutionen stehen bei ihrer Arbeit die Menschen, ihre Erfahrungen und Geschichten im Vordergrund. Die Gastvitrine folgt diesem konzeptionellen Ansatz und spiegelt die Vielfalt jüdischer Geschichte und Kultur anhand unterschiedlicher Inhalte wider: Von einführenden Texten, über Fotografien des Bildjournalisten Herby Sachs und Objekte bis hin zu Interviews mit Zeitzeuginnen ist alles dabei. Die Gespräche wurden extra für dieses Projekt geführt und werden auch in der späteren Dauerausstellung des MiQua eine Rolle spielen. Die Interviews mit Rabbinerin Natalia Verzhbovska und einer weiteren Zeitzeugin aus Köln bieten persönliche Einblicke in die Migrationsgeschichte sogenannter jüdischer Kontingentflüchtlinge, die ab 1991 aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten nach Deutschland einreisten. Die ausgewählten Fotografien vermitteln visuelle Eindrücke der Zeit. Ausgestellt sind zudem die erste Ausgabe des Gemeindeblattes der Synagogen-Gemeinde Köln aus dem Jahr 1991 und der Tallit, der Gebetsmantel der Rabbinerin.

Unterwegs in der Gastvitrine des MiQua im Virtuellen Migrationsmuseum: Screenshot aus der Anwendung. DOMiD-Archiv, Köln

Einen Bogen zur aktuellen Situation jüdischen Lebens in Deutschland spannen einzelne Medieninhalte in der Gastvitrine: In Video- bzw. Audioclips äußern sich die Interviewpartnerinnen zu dem Angriff auf die Synagoge in Halle vor etwa einem Jahr und schildern ihre Erinnerungen an diesen Tag. Diskussionen rund um die Themen Antisemitismus und Sicherheit werden aufgegriffen.

MiQua meets DOMiD – der Social Media Kultur Drive am 01.10.2020

Ein wichtiges Anliegen der Projektbeteiligten war es, Aufmerksamkeit auf die neuen Inhalte zu lenken und die Diversität in dem virtuellen Museum zu erweitern. Aus diesem Grund wurde die Gastvitrine nicht einfach nur online gestellt, sondern im Rahmen einer Veranstaltung mit geladenen Teilnehmer*innen aus dem Bereich Soziale Medien online gestellt. Insgesamt nahmen (Covid19-bedingt leider nur) 16 Personen an diesem besonderen Event teil. Ausgestattet mit Zusatzinformationen in Form eines kleinen Begleitheftes, führte eine zweistündige Bustour sie zunächst zu Orten jüdischer Geschichte in Köln, bei denen auch die Migration eine wichtige Rolle spielt oder spielte. Nach der ehemaligen Kreuzkapelle und jetzigem Sitz der Liberalen Gemeinde Gescher LaMassoret in der Stammheimer Straße in Riehl und der Baustelle des MiQua gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum, empfing Dr. Ursula Reuter die Teilnehmer*innen an dem Lern- und Gedenkort Jawne am Erich-Klibansky-Platz und informierte über die einstige Schule und die sogenannten Kindertransporte.

Die Teilnehmer*innen und Dr. Ursula Reuter am Gedenkort Jawne.

Im Anschluss führte die Bustour vorbei an der Synagoge in der Roonstraße und dem Jüdischen Wohlfahrtszentrum in Köln-Ehrenfeld zum DOMiD. Die Fahrten zwischen den einzelnen Punkten waren gefüllt mit der Wiedergabe von Interviewpassagen oder kurzen Präsentationen zu einzelnen Biografien und Themen.

  • Blick in den Veranstaltungsraum des DOMiD. Am linken und rechten Bildrand verteilt stehen die Teilnehmer*innen und folgen der Präsentation von Sandra Vacca. Sie - hinten links im Bild mit VR-Brille und Steuerung - zeigt über einen Bildschirm wie die Anwendung als Virtual Reality-Angebot funktioniert.
  • Eine Teilnehmerin sitzt an einem der Tische und testet die Anwendung an einem Laptop.
  • Im Hintergrund ist ein Teil der Roll-Ups von DOMiD zu sehen. Darauf ist eine Simulation des zukünftigen Museum abgebildet. Der Leitgedanke "Migration. Menschen. Museum" ist links oben im Bild zu lesen. Im Vordergrund ein Häppchen vom Catering. Eine kleine Fahne mit der Aufschrift "Mazel Tov" steckt darin.
  • Ein Selfie vom Organisationsteam zum Abschluss der Veranstaltung. Die 7 Organisatorinnen lächeln mit unseren Masken im Veranstaltungsdesign in die Kamera.

Im DOMiD angekommen luden Catering, eine Virtual Reality-Brille und Laptopstationen dazu ein, die digitale Anwendung auszuprobieren, nachdem die Kolleginnen vom DOMiD das Projekt kurz vorgestellt hatten.

Das gewählte Format der Veranstaltung wurde von den Teilnehmer*innen sehr positiv bewertet und auf vielen verschiedenen Social Media Kanälen und Plattformen intensiv begleitet. Das Feedback und der persönliche Austausch zeigen, dass großes Interesse für die aufgenommenen Themen und weitere Events dieser Art besteht.

Das Kooperationsprojekt wurde gemeinsam mit den MiQua-Freunden e. V. entwickelt und durchgeführt. Die Veranstaltungsorganisation und Pressearbeit wurde von Artefakt Kulturkonzepte, Berlin begleitet.

Die Pressemitteilung vom 13.10.2020 zum Kooperationsprojekt „MiQua trifft DOMiD“ finden Sie hier oder auch im Pressebereich der MiQua-Website.

Das Virtuelle Migrationsmuseum von DOMiD

veranschaulicht das Thema Migration in 3D und kann als mobile App oder als Desktop-Anwendung besucht werden. Die Besucher*innen des Museums bewegen sich durch eine fiktive Stadtlandschaft, in der sie neun Gebäude mit thematischen Schwerpunkten wie Arbeit, Kultur oder Bildung betreten und erkunden können. Darüber hinaus reisen die Besucher*innen durch die Zeit und haben dabei die Möglichkeit, zwischen drei Epochen zu wechseln. Für das Virtuelle Migrationsmuseum führte DOMiD über vierzig Interviews mit Zeitzeug*innen und digitalisierte mehr als 1.000 Objekte. Das Virtuelle Migrationsmuseum wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und den Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.

Laden Sie die Anwendung herunter und erfahren Sie mehr über die jüdische Geschichte in den 1990er Jahren.

Noch ein Hinweis: Unsere Glückwünsche gehen an die Kolleg*innen des DOMiD, denn das Virtuelle Migrationsmuseum wurde am 22.10.2020 mit dem Jury-Preis des DigAMusAwards ausgezeichnet!

Weitere Informationen zu dieser besonderen Würdigung finden Sie hier: https://domid.org/news/virtuelles-migrationsmuseum-ausgezeichnet-mit-digamusaward/

Weitere Links

Beitrag des DOMiD über die Kooperation: https://domid.org/news/juedische-geschichte-domid-kooperiert-mit-miqua/

Vielen Dank an Nils Bühler vom kultur-blog für diesen tollen Beitrag:
https://www.kultur-blog.de/koeln-und-die-zukunft-seiner-museen-miqua-meets-domid/

Anleitung zur Nutzung

Leider können wir an dieser Stelle keinen Link einfügen, der direkt zu der MiQua-Gastvitrine im Virtuellen Migrationsmuseum führt. Wir bieten Ihnen hier aber eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an.

Download

Über diesen Link gelangen Sie zum Download der Anwendung: https://virtuelles-migrationsmuseum.org/download/. Hier wählen Sie aus, mit welchem Gerät Sie die Anwendung nutzen möchten. Für einen Windows-PC wählen Sie beispielsweise „Win/Mac“ und im Anschluss „Download für Windows“.

Nach dem Start können Sie auswählen, ob Sie die Anwendung in deutscher oder englischer Sprache nutzen wollen. Anschließend erscheint eine Übersichtsseite mit den verschiedenen Orten, die Sie in der virtuellen Welt besichtigen können.

Die Zahlen am rechten, unteren Bildrand stehen für die drei Zeitebenen, die im Virtuellen Migrationsmuseum thematisiert werden.

Die Gastvitrine des MiQua finden Sie im Gebäude „Wohnheim“, im „Wohnheimzimmer“, in der Zeitebene 3.

Der Weg zur MiQua-Gastvitrine

Wählen Sie also zunächst das „Wohnheim“ und dann unter „Ort erkunden“ das „Wohnheim-Zimmer“ aus.

Sie können sich ganz frei durch die virtuelle Welt bewegen, wenn Sie aber zur MiQua-Gastvitrine möchten, führen zwei Wege dorthin:

Variante 1:

Die vielleicht etwas einfachere Variante führt Sie über das Navigationsmenü links unten im Bild. Wählen Sie das Menü-Icon (neun Kästchen).

Es erscheint am linken Bildrand eine Navigationsleiste mit allen virtuellen Räumen und Vitrinen. Gehen bzw. scrollen Sie bis zum Ende dieser Liste. Unter „Wohnheim“ und „Wohnheim-Zimmer“ finden Sie „MiQua trifft DOMiD: Jüdische Gemeinde im Wandel“. Wählen Sie diesen Bereich aus.

Variante 2:

Wählen Sie alternativ den weißen Ball am unteren Bildrand (Mitte) aus.

Den dann vollständig erscheinenden Ball bewegen Sie mit der Maus nach links (gedrückt halten) in Richtung der orangenen Markierung auf dem unteren Etagenbett. Hier liegt die erste Ausgabe des Gemeindeblattes der Synagogen-Gemeinde als Hinweis auf die Vitrine.

Hier angelangt, wählen Sie Details ansehen unter MiQua trifft DOMiD: Jüdische Gemeinde im Wandel.

In der Gastvitrine

Wenn Sie die Gastvitrine betreten haben, werden Sie zunächst mit einem einführenden Text über das Thema informiert.

Mit einem Klick auf den orangefarbenen Pfeil rechts neben dem Text betreten Sie die Hauptebene der Gastvitrine.

Hier sehen Sie unterschiedliche Elemente:

Die Würfel unten im Bild zeigen Ihnen die verschiedenen Inhalte darunter Objekte, Dokumente oder Videoclips. Wählen Sie die unterschiedlichen Würfel an. Sie sind wie ein Karussell angeordnet. Die einzelnen Inhalte können Sie beispielsweise über den Play-Button starten oder mithilfe des kleinen Kreuzes (bei Bildern) vergrößern.

Über die Pfeile rechts und links am Bildrand „bewegen“ Sie sich im Raum. So können Sie beispielsweise die Texte links und rechts vollständig einblenden. Bei mehrfachem Klicken nach rechts erscheint auch der Einführungstext vom Beginn erneut.

Nehmen Sie sich Zeit, um die Vielfalt zu entdecken.

Probieren Sie es einfach aus und navigieren Sie sich ganz in Ruhe durch die MiQua-Vitrine.

Viel Vergnügen auf dieser Reise in die 1990er Jahre!

Ein Beitrag von Samantha Bornheim, wissenschaftliche Mitarbeiterin der MiQua-Freunde e. V.

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