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Nach 800 Jahren wieder in Köln!

(English version below) Gemeinsam mit dem Joods Historisch Museum in Amsterdam hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Amsterdam Machsor, eine illuminierte hebräische Handschrift aus dem 13. Jahrhundert erworben. Seinen unschätzbaren Wert erhält der Amsterdam Machsor auch durch seine Herkunft aus Köln. Er enthält auf 331 Seiten den spezifischen Kölner jüdischen Ritus zu den Feiertagen und gehört zu den ältesten noch erhaltenen hebräischen illuminierten Manuskripten im deutschsprachigen Raum.

Der Amsterdam Machsor bei der Festveranstaltung im Joods Historisch Museum. Foto: Klaus W. Schmidt

Diese Kostbarkeit soll künftig abwechselnd in Amsterdam und in Köln präsentiert werden. Sie wird damit Herzstück der Sammlung des MiQua.
Die Geschichte führte die Handschrift aus dem Rheinland bis nach Amsterdam, wo er seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar ist. Der gemeinsame Erwerb des Machsors durch das MiQua Köln und das Joods Historisch Museum in Amsterdam entspricht somit in bestmöglichster Weise der objekteigenen Geschichte, denn es sind dies die beiden Orte, zu denen der Machsor nachweislich einen Bezug hat und in denen er Teil der jüdischen Geschichte war.

Eine Seite aus dem Machsor in hebräisch verfasst mit Vogeldarstellungen.

Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam und Landschaftsverband Rheinland (2017 erworben durch das Joods Historisch Museum, Amsterdam und den Landschaftsverband Rheinland mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, der C.L. Grosspeter Stiftung, des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes sowie der Sparkasse KölnBonn und der Kreissparkasse Köln).

Mit dem Amsterdam Machsor hat das MiQua die Möglichkeit, den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in das ihnen noch unbekannte mittelalterliche jüdische Leben in Deutschland, insbesondere in die jüdische Kultur in Köln zu geben. Der Machsor soll in unmittelbarer Nähe zur mittelalterlichen Synagoge präsentiert werden, um die Nähe zu dem liturgischen Ort herzustellen, an dem er im Mittelalter gelesen wurde. Für das MiQua ergibt sich somit die einzigartige Chance, ein herausragendes Zeugnis jüdischer Kulturgeschichte des deutschsprachigen Raumes an seinem Herkunftsort zu präsentieren. Dies ist einmalig in Deutschland.

Eine Seite aus dem Amsterdam Machsor mit Darstellungen eines Löwen und einer Burg

Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam und Landschaftsverband Rheinland

Am 12.12. feierten wir mit unseren Amsterdamer Kolleginnen und Kollegen diesen besonderen Anlass. Es war ein wunderschöner, eindrücklicher Tag für den LVR, unsere Sponsoren und Freunde. Wir sind glücklich über die intensive und hervorragende Zusammenarbeit mit dem Joods Historisch Museum Amsterdam (hartelijk dank!), zutiefst unseren Sponsoren und Unterstützern dankbar und freuen uns, unseren Besucherinnen und Besuchern im MiQua deutsch-jüdische Geschichte auf solch eindrückliche Weise vermitteln zu dürfen.

 

Ein Beitrag von Christiane Twiehaus, MiQua.

 

Beitragsbild: Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam und Landschaftsverband Rheinland

 

Die Förderer und Sponsoren:

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Back in Cologne after 800 years!

Together with Joods Historisch Museum in Amsterdam, Landschaftsverband Rheinland (LVR), the Rhineland Regional Council, has purchased the Amsterdam Machsor, an illuminated Hebrew manuscript from the 13th century. Its Cologne heritage also contributes to the Amsterdam Machsor’s inestimable value. 331 pages in length, it contains the specific rite for the Cologne Jewish Holidays and is one of the oldest surviving Hebrew illuminated manuscripts in the German-speaking world.

Image 1: The Amsterdam Machsor at the celebration at Joods Historisch Museum. Photo: Klaus W. Schmidt

This treasure is to be presented alternately in Amsterdam and in Cologne. This puts it at the heart of the MiQua collection.
History took the manuscript from the Rhineland to Amsterdam, where it is traceable to the 17th century. The joint purchase of the Machsor by MiQua Cologne and the Joods Historisch Museum in Amsterdam thus corresponds in the best possible way to the item’s own history, as these are the two places which the Machsor can be shown to have a relationship with an where it was a part of Jewish history.

Image 2: Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam und Landschaftsverband Rheinland (purchased in 2017 by Joods Historisch Museum, Amsterdam and Landschaftsverband Rheinland with the support of the Cultural Foundation of the Federal States, the Ernst von Siemens Kunststiftung, the Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, the C.L. Grosspeter Stiftung, Rheinischer Sparkassen- und Giroverband as well as Sparkasse KölnBonn and Kreissparkasse Köln).

The Amsterdam Machsor allows MiQua to give visitors insights into the mostly unknown world of medieval Jewish life in Germany, especially Jewish culture in Cologne. The Machsor is intended to be presented close to the medieval synagogue, to keep it close to the liturgical space where it was read in the middle ages. This gives MiQua the unique chance to present an excellent record of Jewish culture in the German-speaking world at its place of origin. This is a one-off in Germany.

Image 3: Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam and Landschaftsverband Rheinland

We celebrated this special occasion with our colleagues from Amsterdam on 12/12. It was a wonderful, impressive day for LVR, our sponsors and our friends. We are happy about the intensive and excellent collaboration with the Joods Historisch Museum Amsterdam (hartelijk dank!), deeply grateful to our sponsors and supporters and are pleased to be able to impart German-Jewish history to our visitors in the MiQua in such a striking way.

 

A contribution from Christiane Twiehaus, MiQua.

 

teaser image: Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam and Landschaftsverband Rheinland

2 Kommentare zu “Nach 800 Jahren wieder in Köln!

  1. Pingback: Kultur-News KW 52-2017 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

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