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#danachdenken – Jüdische Museen in Deutschland zu der Zeit nach Corona

For English version click here.

Museen sind vielfältig von der Corona-Krise betroffen: Schließungen auf unbekannte Zeit, Einschränkungen im Leihverkehr, Verlagerung der Vermittlung vor allem in den digitalen Raum.
Doch nicht nur die Schließzeit birgt Herausforderungen, auch die Zeit „danach“ wird Veränderungen mit sich bringen. Gemeinsam wollen einige Jüdische Museen in Deutschland daher #danachdenken.
Wöchentlich werden wir im Mai auf unseren Social Media Kanälen gemeinsam eine Frage zur Arbeit der Jüdischen Museen im „danach“ stellen und innerhalb einer Woche in verschiedenen Beiträgen über die jeweilige Thematik diskutieren.
Es handelt sich dabei nicht um verbindliche Aussagen bezüglich der kommenden Museumsarbeit und Ausstellungsgestaltung. Stattdessen wollen wir Thesen, Ansätze und Denkanstöße generieren, die uns und unsere Besucher*innen auf die Zeit nach der erneuten Öffnung der Museen vorbereiten und einstimmen sollen. Gemeinsam wollen wir uns an die Fragen eines danach heranwagen und Gestaltungsvorschläge für ein „danach“ entwickeln: Lasst uns gemeinsam #danachdenken.

Das MiQua wird derzeit vor dem Kölner Rathaus gebaut und entsteht damit direkt über den archäologischen Befunden aus 2000 Jahren Geschichte. Wie verändern sich die Museen und ihr Alltag durch Corona? Diese Frage stellen wir uns, auch wenn das Museum noch nicht existiert. Jede Woche beantworten wir, ebenso wie die Kolleg*innen aus anderen Jüdischen Museen in Deutschland, die gemeinsamen Fragen zum „danach“. Wir sammeln unsere Antworten und die der anderen Institutionen in diesem Blogbeitrag, sodass er bis zum Abschluss von #danachdenken immer weiter wächst. Zusätzlich beantworten wir die Fragen in Kurzform auf unserem Twitter Kanal.


 

Wie lassen sich die Herausforderungen der Corona-Krise für jüdische Gemeinden danach in den Sammlungen Jüdischer Museen dokumentieren?

– 04. Mai 2020 – 

Das Sammeln von Objekten und damit die Dokumentation der Geschichte und Geschichten ist eine zentrale Aufgabe aller Museen. Die Herausforderung besteht wie bei jeder Sammlungstätigkeit in jedem Museum darin, ausdrucksstarke Objekte zu finden. Das gilt genau so auch für die Corona-Krise: Welche Objekte geben Aufschluss über die Veränderungen und Einschränkungen im Alltag der Menschen? Wie dokumentieren wir die in dieser Zeit so hilfreichen digitalen Angebote? Mit diesen Fragen muss sich jedes Haus beschäftigen und zudem überlegen, inwiefern die Gegenwart später in Ausstellungskonzepte eingearbeitet werden kann oder sogar muss.

Welche Auswirkungen hat das durch die Krise veränderte Verhältnis von Nähe und Distanz danach auf die Ausstellungsgestaltung?

– 11. Mai 2020 –

Räumliche Veränderungen in der Ausstellung werden bei vielen Museen nur schwer umsetzbar sein. Eine besondere Rolle im MiQua spielen die archäologischen Befunde der vergangenen 2000 Jahre, die für Besucher*innen über einen Parcours erlebbar sein werden. Die aktuelle Situation wirkt sich jedoch – so ist zu vermuten – auch auf das Verhalten unserer zukünftigen Besucher*innen aus: So werden Hygienekonzepte und -hinweise zentral bleiben, z. B. bei Tastmodellen oder Medienstationen. Aus diesen Gründen beobachten wir die Entwicklungen sehr intensiv und berücksichtigen diverse Aspekte im Rahmen unseres Museumsaufbaus.

Wie kann Vermittlung und Museumspädagogik nach Museumsöffnungen trotz physical distancing funktionieren?

– 18. Mai 2020 –

Die gute Nachricht ist: An Museumsobjekten kann man sich nicht anstecken, aber sie haben immer die Kraft, unsere Besucher*innen mit Neugier zu infizieren. So sollte Pädagogik die individuelle Auseinandersetzung mit der Ausstellung fördern und zugleich den Austausch über diese „personalisierten“ Erlebnisse zwischen den Besuchenden untereinander, aber auch mit den Kurator*innen anregen. Dazu bieten sich in Kombination mit dem Besuch natürlich „keimfreie“ digitale Foren an. So könnte sich der Gast etwa unter dem Motto „Ich habe was gesehen, was Du nicht gesehen hast“ an die Beschreibung eines Objektes aus individueller Anschauung machen. Erkennen die Anderen oder die Spezialisten, was das für ein Ding war, aus welchem Material und mit welcher (Gebrauchs-)Geschichte? Der Erkenntniszugewinn über Wahrnehmungswege einzelner Stücke ist dabei ein netter Nebeneffekt.

Welche der während der Krise entwickelten Angebote und Projekte können danach übernommen werden?

– 25. Mai 2020 –

Das MiQua unterscheidet sich in der aktuellen Situation von anderen Museen, weil es sich noch im Aufbau befindet. Die Inhalte unseres Arbeitsalltags, insbesondere die Planung der Dauerausstellung, läuft auch aus dem Homeoffice weiter wie bisher. Aber bereits vor den Entwicklungen rund um das Corona-Virus, planten die Kolleg*innen Kooperationsprojekte in unterschiedlichen Bereichen. Ein Beispiel, das noch 2020 starten soll, ist eine Gastvitrine des MiQua im Virtuellen Migrationsmuseum des DOMiD. Dieses Online-Angebot bleibt auch nach den Corona-bedingten Einschränkungen bestehen.

Wie verändert Corona die Museumswelt?

– Das Abschlussstatement aller teilnehmenden Museen –

Das Abschlussstatement aller teilnehmenden Museen finden Sie auf dem Blog des Jüdischen Museums München.

#danachdenken – Wie verändert Corona die Museumswelt?


Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und viele Beiträge zum #danachdenken!


Die Antworten der Kolleg*innen sammeln wir hier ebenfalls.

#danachdenken

Die Verdinglichung von SARS-CoV2 oder: Wie die Maske ins jüdische Museum kommt

 

 

Jewish museums in Germany are #thinkingpostcorona

Museums are affected by the coronavirus crisis in many ways: closures for an unknown period of time, restrictions on lending, and a change in knowledge sharing that now takes place mostly digitally. The closing time is not the only challenge. The time after will be accompanied by changes, too. A number of Jewish museums in Germany are therefore #thinkingpostcorona together. Once a week in May we will be asking a question on our social media channels about the work of the Jewish Museums in the post coronavirus period and will be discussing the respective topics in various articles over the course of the week. These are not binding statements regarding the upcoming museum work and exhibition design. Instead our goal is to generate theses, approaches and food for thought and thus get us and our visitors in the mood for the time after the reopening of the museums. Together we want to approach the questions for an „after“ and develop design proposals for the post coronavirus period: let’s be #thinkingpostcorona.

The MiQua is currently being built in front of Cologne’s city hall and will thus be built directly above the archaeological findings from 2000 years of history. How does the pandemic change the museums and their everyday life? This is the question we are dealing with even though the museum does not yet exist.

Every week we, as well as our colleagues from other Jewish museums in Germany, are answering the common questions about the „after“. We are collecting our answers and those of the other institutions in this blog post, so that it will continue to grow until the closure of #thinkingpostcorona. In addition we are answering the questions in a shorter version on our Twitter channel.


How can the challenges of the coronavirus crisis for Jewish communities be documented in the collections of Jewish museums afterwards? (4th of May 2020)

Collecting objects and thus documenting history and stories is a central task of every museum. The challenge is – just like for any other collecting activity – to find expressive objects. This is just as true of the coronavirus crisis: Which objects provide information about the changes and limitations in people’s everyday lives? How do we document the digital offers that are so helpful in these times? Every institution needs to deal with these questions and also consider to what extent the present can or even must be incorporated into exhibition concepts later on.

 

How will the consequences of the crisis regarding the circumstances of proximity and distance effect the exhibition design afterwards? (11th of May 2020)

Spatial changes in the exhibition will be difficult to implement in many museums. In the MiQua, the archaeological findings of the past 2000 years will be playing a special role – the visitors will be able to experience these on an underground route. The current situation, however, is likely to have an impact on the behaviour of our future visitors: Hygiene concepts and instructions will therefore remain central, regarding for example tactile models or media stations. For these reasons, we are observing developments very closely and considering various aspects for our museum design.

 

How can knowledge sharing and museum education work after museum openings despite physical distancing? (18th of May 2020)

The good news is: You cannot get infected by museum objects, but they always have the power to contaminate our visitors with curiosity. Thus, pedagogy should encourage individual engagement with the exhibition and at the same time stimulate the exchange of these ‚personalised‘ experiences between the visitors themselves but also with the exhibition curators. For this purpose ‚germ-free‘ digital panels are ideal in combination with a visit. Like that, according to the motto ‘I have seen something you have not seen‘, the visitor could describe an object from an individual point of view. Do the other visitors or the specialists recognize what the chosen object was, what material it was made of and what its (usage) story? Gaining knowledge about individual pieces through the modes of perception is a nice side effect.

 

Which offers and projects that were developed during the crisis can be adopted afterwards? (25th of May 2020)

In this current situation, the MiQua differs from other museums as it is still under construction. The contents of our daily work routine, in particular the planning of the permanent exhibition, are being created as before, but from our home offices. Already before the pandemic, our colleagues were planning cooperation projects in different fields. One example, which is to start in 2020, is a guest cabinet of the MiQua in the Virtual Museum of Migration of the DOMiD. This online offer will still be visitable after the restrictions due to the coronavirus.

 

How is Corona changing the museum world? (The final statement of all participating Museums)

The final statement of all participating museums can be found on the blog of the Jewish Museum Munich (see link above).


We are looking forward to an exciting debate and many contributions to #thinkingpostcorona !


We are also collecting the answers of our colleagues here.

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