Unterwegs

Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!

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Nicht nur unser Museum, sondern der Landschaftsverband Rheinland insgesamt als Träger beschäftigt sich eingehend mit dem Thema der Digitalisierung. Auf der Konferenz „Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!“ diskutierten am 11. Juli 2018 Führungskräfte des LVR in der Abtei Brauweiler intensiv und ressortübergreifend über die verschiedenen Aspekte dieses immensen Veränderungsprozesses, der sich nicht nur auf die Qualität der digitalen Leistungen, Informationen und Angebote auswirkt, sondern auch auf die interne Organisation und ihre Prozesse.

Ansicht der Abtei Brauweiler mit Turm.

Tagungsort Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Nach Vorträgen von Prof. Dr. Klemens Skibicki zu Digitaler Transformation und von Dr. Wolfgang Weniger über digitale Vertrauenskultur, stellte Patric Fedlmeier die digitalen Angebote der Provinzial Versicherung vor.
Einen spannenden Vortrag zum Thema Mental Health mit neuen Möglichkeiten zur Therapie psychischer Störungen hielt Prof. Dr. Jürgen Zielasek, in dem er insbesondere auf die Chancen und Angebote digitaler, webbasierter Therapie- und Behandlungsmethoden einging.

Ansicht des Tagungssaals mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Hintergrund eine Leinwand. Die Decke ist mit zwei Kronleuchtern verziert.

Tagung in der Abtei Brauweiler, Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Konzeptionelle Ansätze wurden dann in einer längeren von Gruppen erarbeiteten Sequenz diskutiert, bei der auch die Museen des Landschaftsverbandes Rheinland und das MIQUA eine Rolle spielten. Milena Karabaic, Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege des LVR, betonte in ihrem Beitrag die Rolle der Digitalisierung für die Arbeitsorganisation des Dezernates mit seinen Kulturdienststellen sowie die verbesserten Möglichkeiten des Austausches untereinander. Ein gutes Beispiel dafür sei das Projekt der Provenienzforschung, in dem es besonders auf die Vernetzung der Museen untereinander und den nationalen und internationalen Austausch ankommt.

Das Bild zeigt die Vortragssituation mit Herrn Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA, neben Präsentationswänden.

Dr. Thomas Otten, Direktor des MIQUA Foto: Dr. Martin Bredenbeck / LVR

Am Beispiel des laufenden Projektes eines Online-Ticketings und dessen Einführung im LVR-LandesMuseum Bonn in 2020 und im MIQUA. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln in 2021 wurden die Chancen der Digitalisierung im musealen Bereich verdeutlicht. Ausstellungsbesuche beginnen heute lange vor Betreten des Museums, idealerweise mit der Vorbuchung des Eintrittes, des Wunschtermins und von Zusatzangeboten. Diese können fachlicher Art sein, aber auch aus Gründen der Inklusion oder mit Blick auf besondere pädagogische Angebote für Gruppen und Schulklassen gewählt werden. Ob auf speziellen Medienguides oder dem eigenen Smartphone: Der Museumsrundgang kann während und nach der Tour mit Freunden geteilt und natürlich mit nach Hause genommen werden. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Digitalisierung musealer Leistungen und Angebote nicht mit einem Verlust an Wissenschaftlichkeit und Seriosität, also an Inhalt, verbunden sein muss, sondern im Gegenteil zu einer Ergänzung des Angebotes und einer Verdichtung von Informationen führen kann. Frei nach dem Motto: „So wenig Information wie nötig, aber so viel Information wie gewünscht“.

Interessant war auch die Diskussion um die Frage, ob die Digitalisierung den Gang ins Museum irgendwann völlig überflüssig macht. Wenn Inhalte, Objekte, Bilder und Führungen vollständig online stattfinden, warum noch der mühsame Gang in die Ausstellungen und zu den Originalen? Die Frage beantwortete sich von selbst, denn die Erfahrungen und Emotionen, das haptische Erleben und die Authentizität der originalen Objekte dürften auch weiterhin ausschlaggebend für einen Museumsbesuch sein. Die digitale Welt kann diesen aber enorm bereichern, die Zugänge erleichtern und den Service für alle Besucherinnen und Besucher verbessern.

Ein Beitrag von Thomas Otten

Digital transformation – an issue for the RRC!

Not only our museum is intensively engaged with the subject of digitalization, but also the Rhineland Regional Council overall as its sponsor. At the „Digital transformation – an issue for the RRC!“ conference held at Brauweiler Abbey on July 11, 2018, RRC executives intensively and cross-departmentally discussed the various aspects of this immense transformation process that not only impacts the quality of digital services, information and proposals, but also the internal organization and its processes.

Fig. 1: Conference venue Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

After presentations by Prof. Dr. Klemens Skibicki on digital transformation and Dr. Wolfgang Weniger on digital trust culture, Patric Fedlmeier introduced the digital services of the Provinzial insurance company.
An exciting presentation on mental health with new therapeutic options for psychological problems was provided by Prof. Dr. Jürgen Zielasek, who especially delved into the opportunities and proposals of digital web-based treatment and therapy options.

Fig. 2: Conference at Brauweiler Abbey, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

Conceptual approaches were discussed in a longer sequence elaborated by the groups that also involved the museums of the Rhineland Regional Council and MIQUA. In her presentation, Milena Karabaic, head of RRC department for culture and landscape heritage, highlighted the role of digitalization for her department’s work organization with its cultural institutions, as well as the improved options for mutual exchange. A good example for this in her eyes is the provenience research project, which particularly hinges on the mutual networking of museums, and a national and international exchange.

Fig. 3: Dr. Thomas Otten, Director of MIQUA, photo: Dr. Martin Bredenbeck / RRC

The opportunities of digitalization for museum institutions were illustrated by the ongoing online ticketing project and its introduction at the RRC LandesMuseum Bonn in 2020 and MIQUA. LVR-Jewish Museum in the Archaeological Quarter Cologne in 2021 as examples. Exhibition visits today start long before the museum is actually entered, ideally with an advance booking for the desired date and additional offers. These can be of a technical nature, but also selected for reasons of inclusion or in connection with special educational proposals for groups and school classes. Whether special media guides or the own smart phone: The visiting tours can be shared with friends live or afterwards, and additionally be taken home, of course. The discussion also highlighted that the digitalization of museum services and proposals need not necessarily be linked to a loss of scientific aspiration and seriousness, i.e. content, but is able to lead to a supplementation of the service and condensation of the information instead. True to the motto: „The minimum information required, but as much as you want to know“.

Also of interest was the discussion revolving around the question if digitalization will render museum visits completely superfluous at some point in the future. Once contents, objects, pictures and guided tours are all available online, why bother with the strenuous path to the exhibitions and originals? The question answered itself as the experiences and emotions, the haptic feel and authenticity of the original objects should also continue to be decisive for museum visits in the future. The digital world can drastically enrich them, ease access, and improve the service for all visitors.

A contribution by Thomas Otten

2 Kommentare zu “Digitaler Wandel – ein Thema für den LVR!

  1. Pingback: Kultur-News KW 29-2018 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

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