Unterwegs

Einladung nach Litauen

Internationale Konferenz „How to commemorate the Great Synagogue of Vilna Site?“

(English version below) Vom 3. bis zum 5. September trafen sich in Litauens Hauptstadt Vilnius über 100 Interessierte und 40 Referentinnen und Referenten aus Europa, USA und Israel, um über die zerstörte Große Synagoge in Vilnius zu sprechen und Lösungen für eine Darstellung und Vermittlung des ehemaligen Zentrums jüdischen Lebens in Osteuropa zu diskutieren: „How to commemorate the Great Synagogue of Vilna Site?“

Vilnius war einst das Jerusalem des Nordens

Heute ist im Stadtbild von der 1633 erbauten Synagoge nichts mehr zu sehen, über einem Teil der archäologischen Reste steht ein in Sowjetzeit erbauter Kindergarten, weitere Teil des weitläufigen Synagogenkomplexes sind mit Wohnhäusern und neuen Straßen überbaut. Lediglich eine Tafel gibt Informationen. Vilnius galt viele Jahre als das Jerusalem des Nordens, war ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und jüdischer Kultur.

Schwarz-weiß Aufnahme des Gebäudes an einer belebten Straße.

Die Große Synagoge in Vilnius (1934)

An die Große Synagoge erinnern, aber wie?

Auf der Konferenz stellten Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Archäologie, Architektur und Jüdischer Geschichte Ansätze und Beispiele vor, wie mit einem solchen historisch-archäologischen Ort umgegangen werden kann. Sollte man eine archäologische Grabung unter einem Schutzbau präsentieren oder die Synagoge wiederaufbauen? Was passiert mit dem Kindergarten, der auch Teil der Ortgeschichte ist und was sollte man neben dem Befund noch vermitteln?

Das MiQua – ein Vorbild für das litauische Kulturprojekt?

Das MiQua war eingeladen, die Ausgrabungen in Köln und das Ausstellungskonzept zu präsentieren und rückte bei der Vorstellung den Befund der mittelalterlichen Synagoge in den Fokus. Wichtig für die Konferenz und den künftigen Umgang mit dem authentischen Ort in Vilnius war die Verbindung der archäologischen Denkmäler mit den Fundobjekten und deren museale Verknüpfung. Diese Kontextualisierung kann auch im Vilnius-Projekt mit seinem starken stadttopographischen Ansatz eine wichtige Rolle spielen.

Die Konferenz mündete im Entwurf einer Resolution, die die Dringlichkeit des Projektes und das Vorhaben, ein internationales Komitee zur Umsetzung ins Leben zu rufen, betont.

Wir sind sehr froh, mit dem MiQua einen Beitrag zu diesem einzigartigen und interessanten Projekt geleistet zu haben und freuen uns auf die weiteren Begegnungen mit den Kolleginnen und Kollegen aus Vilnius.

Weitere Infos zum Projekt: www.litvakworld.com

 

Ein Beitrag von Christiane Twiehaus, MiQua.

 

Beitragsbild: Die Große Synagoge von Vilnius (ca. 1914 – 1918), (Werk gemeinfrei)

 

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Invitation to Lithuania

International conference “How to commemorate the Great Synagogue of Vilna Site?”

From 3 to 5 September, over 100 interested parties and 40 speakers from Europe, the USA and Israel met in Lithuania’s capital Vilnius to speak about the destroyed Great Synagogue in Vilnius and discuss the various ways in which to represent and convey the former centre of Jewish life in eastern Europe. “How to commemorate the Great Synagogue of Vilna Site?”

Image 1: Invitation

Vilnius was once the Jerusalem of the North

Constructed back in 1633, nowadays none of the synagogue can be seen on the cityscape; a nursery built in the Soviet era lies over a section of the archaeological remains, while residential blocks and new streets have been built over the rest. A sole plaque remains as a source of information. For many years, Vilnius was considered the Jerusalem of the North, a centre of Jewish scholarship and Jewish culture.

Image 2: The Great Synagogue in Vilnius (1934)

Commemorating the Great Synagogue, but how?

At the conference, experts from the fields of archaeology, architecture and Jewish history presented their approaches and examples of how to deal with such a historic archaeological site. Should an archaeological dig be presented beneath a protective building, or should the synagogue be rebuilt? What should happen with the nursery, also a part of local history, and what else should be conveyed, besides the findings?

MiQua – a model for the Lithuanian cultural project?

Image 3: Christiane Twiehaus, © Julijana Leganovic

Image 4: Thomas Otten, © Julijana Leganovic

MiQua was invited to present the excavations in Cologne and its exhibition concept, and the medieval synagogue became a key focus during the presentation of its findings. It was important for the conference and the future handling of the authentic site in Vilnius to connect the archaeological monuments to the finds and their museum linkage. This contextualisation could play a significant role in the Vilnius project, too, with its strong city topographical approach.

The conference led to the drafting of a resolution emphasising the urgency of the project and the intention to invoke an international committee to bring it to life.

We are thrilled, together with MiQua, to have contributed to this unique and interesting project and look forward to further meetings with our colleagues from Vilnius.

 

Find out more about the project at: www.litvakworld.com

 

By Christiane Twiehaus, MiQua.

 

Article image: The Great Synagogue of Vilnius (approx. 1914 – 1918), (work in the public Domain)

 

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