
Wie bereits an dieser Stelle angekündigt, veranstaltete MiQua vom dritten bis zum fünften November 2024 in Kooperation mit dem Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhl für Geschichte, Religion und Kultur des europäischen Judentums der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg eine internationale Fachtagung anlässlich der Ausweisung der Juden aus Köln im Jahre 1424.
Hierzu durften wir zahlreiche Kolleg*innen in Köln begrüßen, die teilweise weite Reisen auf sich nahmen, um ihre Forschungsergebnisse mit den Anwesenden zu teilen. Ein großer Dank geht hierbei auch an das Römisch-Germanische-Museum im Belgischen Haus, das uns seinen Festsaal zur Verfügung stellte und dessen Team stets ansprechbereit für uns war.
Eingeleitet wurde die Tagung am dritten November durch einen Abendvortrag von Prof. em. Dr. Israel J. Yuval zu den Wechselfällen des jüdischen Zusammenlebens, auch und gerade mit Menschen anderen Glaubens, welches über Jahrhunderte immer wieder von Gewaltausbrüchen gegenüber den Mitgliedern jüdischer Gemeinden geprägt war. Ein Thema also, das zurzeit leider einiges an Aktualität erfährt und dessen Thematisierung folglich umso wichtiger ist. Genauso sahen es auch die über 100 Gäste, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten und begeistert zuhörten.

Am nächsten Tag ging es nach einer Begrüßung durch die beiden Organisator*innen Dr. Christiane Twiehaus und Prof. Dr. Johannes Heil mit Beiträgen weiter, die sich der Thematisierung von Gewalt und Verfolgung in jüdischen Schriften annahmen, gefolgt von Betrachtungen zu Vertreibungen jüdischer Gemeinden in ganz Europa. Abgeschlossen wurde der Tag mit einer von Dr. Tanja Potthoff und Michael Wiehen geführten Exkursion in die Archäologische Zone, bei der die Referent*innen gemeinsam mit Teilnehmer*innen der Tagung sowohl um das alte jüdische Viertel Kölns geführt wurden, als auch interessante Funde aus der Grabung gezeigt und erklärt bekamen.

Der zweite und letzte Tagungstag knüpfte an die Betrachtung verschiedener Vertreibungen jüdischer Gemeinden an und weitete den Blick auf Argumentationsstrategien aus, mit denen die Zeitgenossen die Ausweisungen zu rechtfertigen versuchten.
MiQua bedankt sich bei allen Referent*innen und Teilnehmenden der Tagung für interessante Beiträge, anregende Diskussionen und fruchtbare Ansätze zur weiteren Forschung. Eine Publikation der Tagung ist geplant!