Newsletter für die Reisebranche | Oktober 2019

Der erste große Auftritt

Das LVR-Museum MiQua zeigt eine bedeutende mittelalterliche Handschrift

Vom 25. September 2019 bis 12. Januar 2020 zeigen MiQua und das Joods Historisch Museum Amsterdam die Wechselausstellung „Der Amsterdam Machsor – Ein Schatz kehrt heim“ im Wallraf-Richartz Museum & Fondation Corboud.

Der Amsterdam Machsor, eine mittelalterliche Prachthandschrift aus dem 13. Jahrhundert, liegt aufgeschlagen auf einer Buchstütze. Die geschmückten und verzierten Buchstaben, vor allem in Gold, stechen besonders hervor.
Amsterdam Machsor, ca. 1250, © Joods Historisch Museum, Amsterdam und Landschaftsverband Rheinland (2017 erworben durch das Joods Historisch Museum, Amsterdam und den Landschaftsverband Rheinland mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, der C.L. Grosspeter Stiftung, des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes sowie der Sparkasse KölnBonn und der Kreissparkasse Köln).

Nach vielen Jahren der Überlegungen, Planungen, auch der strittigen Diskussionen ist es jetzt im Bau: Das neue MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln entsteht zwischen Rathaus und Museum Wallraf. Und noch bevor es fertig wird, hat es seinen ersten großen Auftritt: Der Machsor kehrt zurück.

Ein jüdisches Gebetbuch, eine kostbare, reich verzierte Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, ein Zeugnis jüdischer Hochkultur in Köln, kehrt zurück und ist im Museum Wallraf zu sehen. Der Ausstellungsort im zweiten Obergeschoss ist gut gewählt, denn von hier aus ist der Blick frei auf das Museum, das im Bau ist. Auf 331 großformatigen Pergamentseiten beschreibt der Machsor den spezifischen Kölner Ritus zu den jüdischen Feiertagen. Er gilt als eine der bedeutendsten hebräischen Handschriften, verziert mit vielen Malereien, goldenen Großbuchstaben und Tierfiguren, die Ausdruck der künstlerischen Hochkultur Kölns in dieser Zeit sind.

Die Geschichte des Machsor entspricht der wechselhaften Geschichte der jüdischen Bevölkerung am Rhein. Spätestens um 1424, als die Juden aus Köln vertrieben wurden, ging der Stadt auch diese kostbare Handschrift verloren. Im 17. Jahrhundert tauchte sie in Amsterdam wieder auf. Erst 1963 in der Kölner Ausstellung „Monumenta Judaica“ war der Machsor wieder am Entstehungsort zu sehen.

Erst kürzlich konnte der Landschaftsverband Rheinland, Träger des MiQua, die Handschrift erwerben, gemeinsam mit dem „Joods Historisch Museum“ in Amsterdam. Wenn das MiQua eröffnet wird, wird der Machsor ein Prunkstück im ersten Obergeschoss des Museums sein, als ein wichtiges Dokument jüdischer Kultur in Köln.

Auf 331 Seiten aus Pergament beschreibt der Machsor den spezifischen Kölner Ritus zu den jüdischen Feiertagen.

Der Artikel ist am 24. September 2019 in der Anzeigen-Sonderveröffentlichung Nr. 222 von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau erschienen.


Baustellenupdate: Das MiQua wächst nun in die Höhe

Es geht aufwärts mit dem MiQua: Derzeit werden die den Stahlbau umgebenden Deckenfelder betoniert. Parallel dazu läuft unterirdisch weiter die Sandabsaugung. Und mit der Anlieferung der ersten zwei Elemente für das Rautentragwerk der Fassade wächst Kölns neues Museum bald auch in die Höhe. Zukünftig werden Sie von außen einen Blick ins Innere des Museums ermöglichen.

Anlieferung der zwei Elemente für das Rautentragwerk, Foto: Sharon Nathan / LVR

Am 10. September 2019 wurden die beiden Stahlkolosse auf zwei Tiefladern angeliefert. Das eine Rautenstück ist 13,45 Meter lang, 2,80 Meter hoch und wiegt 15,4 Tonnen. Das andere misst 7,20 Meter in der Länge, 2,86 Meter in der Höhe und bringt 10 Tonnen auf die Waage.

Jedes Element ist eine Spezialanfertigung der Firma Fläminger Stahl- und Energieelementebau in Wittenberg. Insgesamt werden 21 Rautenelemente verbaut. Sieben im Gebäudeinneren, 14 außen. Auf ihnen baut der Rest des Stahlbaus auf. Die Konstruktion des „MiQua“ wird als Stahl-Stahlbeton-Verbund-Tragwerk geplant. Das spätere Gebäude wird aus vier Ebenen mit einer pyramidenförmigen Dachkonstruktion bestehen.


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Auf dem neu eingerichteten b2b-Bereich für die Reisebranche finden Sie zukünftig alle relevanten Informationen und Neuigkeiten.

Unser Tourismus-Fact Sheet vermittelt einen kompakten Eindruck des Aufbaus und der Themen der Dauerausstellung. Kommen Sie mit auf eine unter- und oberirdische Reise durch 2000 Jahre Geschichte.

Circa halbjährlich  erhalten Sie mit unserem Newsletter für die Reisebranche die neusten Informationen zum MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln.


Über das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln:
Vor dem Historischen Rathaus entsteht das „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ gleichsam als Hülle über einigen der bedeutendsten Funde der Kölner Stadtgeschichte, die Teil der Ausstellung werden. Nach einem Entwurf des Büros Wandel Lorch Architekten aus Saarbrücken entsteht der oberirdische Bau als hallenartiger Schutzbau über dem archäologischen Grabungsfeld.

Nach seiner  Eröffnung wird das MiQua mit dem Praetorium und dem mittelalterlichen jüdischen Viertel sowie dem Goldschmiedeviertel in einem 600 Meter langen unterirdischen Parcours mehr als 2.000 Jahre Geschichte barrierefrei erlebbar machen. Betrieben wird das MiQua durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR).

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