Unterwegs

Neues aus jüdischen Museen und Institutionen

Jahrestagung der AG Jüdische Sammlungen 2017

(English version below) Vom 5. bis 8. September 2017 fand die diesjährige Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jüdische Sammlungen in Würzburg und Veitshöchheim statt. Die 1976 in Köln gegründete AG ist ein Zusammenschluss Jüdischer Museen und anderer Einrichtungen, wie ehemalige Synagogen, Gedenkstätten, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute, sowie von Einzelforscherinnen und -forschern aus Deutschland und den umliegenden Staaten. Jedes Jahr kommen die Mitglieder der AG in einer anderen Stadt zusammen – in Köln waren sie zuletzt 2006.

Mit seinen Aktivitäten zum jüdischen Leben im Rheinland und dem Erwerb und der Umgestaltung von Synagoge und Vorsteherhaus in Rödingen zum LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen ist der Landschaftsverband Rheinland – vertreten durch Monika Grübel – bereits seit 2000 Mitglied der AG, seit 2014 sind auch Mitarbeiter des MiQua Teilnehmer der AG.

Frau Grübel steht am Rednerpult und spricht in eine Mikrofon. Im Hintergrund eine Leinwand mit einer Präsentation.

Monika Grübel (LVR) referierte über „Inklusion im Museum – Tagung zum rheinischen Landjudentum“. © Ursula Reuter

 

Themen und Besichtigungen der AG

In Würzburg tauschten sich 75 Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an drei Tagen über neue Projekte und Herausforderungen aus. Großes Interesse zeigten die Teilnehmer an neuen Online- und Digitalisierungsprojekten, an Fragen der Provenienzforschung sowie an neuen Museumskonzeptionen, wie sie etwa das Jüdische Museum Westfalen zurzeit erarbeitet.

Die Teilnehmer lernten in Würzburg das Johanna-Stahl-Zentrum für Jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken und das Museum „Shalom Europa“ kennen. Bei Ausflügen stand das Thema Landjudentum mit Besichtigungen der Synagogen in Veitshöchheim, Laudenbach und Arnstein im Mittelpunkt.

Das komplette Tagungs-Programm ist einsehbar unter: http://juedische-sammlungen.de/

Gruppenfoto, bestehend aus knapp 50 Personen, vor der Synagoge.

Die Mitglieder der AG Jüdische Sammlungen vor der Synagoge Veitshöchheim. © Johanna Stahl-Zentrum

Tagung „Landjuden im Rheinland“

Dem Thema „Landjudentum im Rheinland“ wird sich auch eine LVR-Fachtagung am Montag, dem 4. Dezember 2017 im HORION-Haus in Köln-Deutz widmen (in Kooperation mit dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte).

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Infos zur Tagung: www.synagoge-roedingen.lvr.de/de/veranstaltungen/Veranstaltungen.html

Besuchergruppe vor einem Gebäude. Am linken oberen Bildrand ist das Foto des Chuppa-Steins einmontiert.

Besichtigung der Landsynagoge Laudenbach mit Chuppa-Stein, 2. Hälfte 17. Jahrhundert. © Monika Grübel

Zum Tode unserer geschätzten Kollegin
Dr. Annette Haller

Dr. Annette Haller, seit 1993 Leiterin der Kölner Bibliothek Germania Judaica, informelle Chefin und „gute Seele“ der AG Jüdische Sammlungen, ist wenige Tage nach ihrer Rückkehr von unserer Tagung in Würzburg überraschend zuhause gestorben.

In ihrer Funktion hat Dr. Annette Haller zahlreiche Projekte zur deutsch-jüdischen Geschichte weltweit kompetent unterstützt. 2006 richteten die Germania Judaica und der Landschaftsverband gemeinsam die
30. Tagung der AG Jüdische Sammlungen in Köln aus. Seit 2013 war
Dr. Annette Haller Mitglied im Vorstand der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Mit Rat und Tat stand sie auch den Kolleginnen und Kollegen von MiQua zur Seite und beteiligte sich noch Ende August 2017 an einem MiQua-Workshop.

Wir werden ihren Humor, ihre Herzlichkeit und ihre fachliche Kompetenz sehr vermissen.

Frontalaufnahme der lächelnden Annette Haller an einem Straßenschild mit der Aufschrift "Hallerplatz".

Dr. Annette Haller in Hamburg bei der AG Jüdische Sammlungen 2011. © Monika Grübel

 

Ein Gastbeitrag von Monika Grübel, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte / LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen.

 


 

News from Jewish museums and institutions

Annual conference of the AG Jüdische Sammlungen (Consortium of Jewish Collections) 2017

This year’s conference of AG Jüdische Sammlungen took place in Würzburg and Veitshöchheim from 5 to 8 September. The consortium was founded in Cologne in 1976 and is a working community of Jewish museums and other institutions, which include former synagogues, memorials, libraries, archives and research institutes, and individual researchers from Germany and neighbouring countries. Every year, members of the consortium meet in a different city. The last time the meeting came to Cologne was in 2006.

Through its activities relating to Jewish life in the Rhineland and the acquisition and conversion of the synagogue and superintendent’s house in Rödingen as the LVR Rödingen cultural centre and rural synagogue, the Rhineland Regional Association – represented by Monika Grübel – has been a member of the consortium since 2000. Since 2014, MiQua associates have also been involved.

Image 1: Monika Grübel (LVR) gave a talk on „Inclusion in the museum – Conference on rural Jewish life in the Rhineland“. © Ursula Reuter

Consortium topics and visits

Seventy-five experts from Germany, Austria and Switzerland met in Würzburg for the three days of the conference to talk about new projects and challenges. There was considerable interest in new online and digitalisation projects, in provenance research and in new museum concepts such as are being devised by the Jewish Museum of Westphalia.

Delegates visited the Johanna Stahl Centre for Jewish History and Culture in Lower Franconia and the ‚Shalom Europa‘ museum. There were visits to the synagogues in Veitshöchheim, Laudenbach and Arnstein as part of a study of the subject of rural Jewish life.

See the complete programme at: http://juedische-sammlungen.de/

Image 2: Members of the Consortium of Jewish Collections in front of the synagogue in Veitshöchheim. © Johanna Stahl Centre

Conference on rural Jewish life in the Rhineland

The topic of Rural Jewish life in the Rhineland will also be the focus of an LVR symposium on Monday, 4 December 2017 at the HORION-Haus cultural centre in Köln-Deutz (in cooperation with the Salomon Ludwig Steinheim Institute for German-Jewish history).

All interested persons are welcome to attend. Information on the conference: www.synagoge-roedingen.lvr.de/de/veranstaltungen/Veranstaltungen.html

Image 3: A visit to the synagogue in rural Laudenbach with chuppa stone (marriage stone), 2nd half of the 17th century. © Monika Grübel

The passing of our dear colleague, Dr Annette Haller

From 1993, Dr Annette Haller headed the Germania Judaica library in Cologne, and was also the informal director and ‚kind soul‘ of the Consortium of Jewish Collections. A few days after returning from the conference in Würzburg, she unexpectedly passed away at home.

Dr Haller was a knowledgeable supporter of numerous projects on German-Jewish history in her formal role. In 2006, Germania Judaica and the Rhineland Regional Association jointly organised the 30th conference of the Consortium of Jewish Collections in Cologne. Since 2013, she was a member of the board of the Cologne society for Christian-Jewish cooperation. Through her words and deeds she was a great help to MiQua colleagues and was active in a MiQua workshop as recently as August 2017.

We will greatly miss her sense of humour, her warmth and her expertise knowledge.

Image 4: Dr Annette Haller in Hamburg at the Consortium of Jewish Collections meeting in 2011. © Monika Grübel

Guest article by Monika Grübel, LVR Institute for Regional Studies and History / LVR Cultural Centre at the Synagogue in Rödingen.

Ein Kommentar zu “Neues aus jüdischen Museen und Institutionen

  1. Es ist verständlich, dass im Blog des „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ Jüdische Museen als erste genannt werden, die in der AG Jüdische Sammlungen mitmachen. Tatsächlich handelte es sich bei Gründung der AG unter Federführung der „GERMANIA JUDAICA – Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V.“ zunächst allerdings um eine Arbeitsgemeinschaft von einigen wenigen Bibliotheken bzw. Büchersammlungen, zumal Jüdische Museen damals in der Bundesrepublik Deutschland noch gar nicht existierten. Dank eines weit gefassten Begriffs von „Sammlung“ ließ sich die AG bei wachsendem gesellschaftlichem Interesse dann problemlos um die übrigen im Blog genannten Einrichtungen und auch Einzelforscher und -forscherinnen erweitern.

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